Saharastaub trübt den Himmel

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Wolkenbildung durch Saharastaub. Archivbild: Claudia Hinz

Seit gestern wird durch eine südliche Strömung Saharasand über das Mittelmeer hinweg nach Südwestdeutschland geweht. Das ist keine Seltenheit. Aber dennoch schafft es der Wüstensand immer wieder, in die Wettervorhersage hinein zu pfuschen und den vorhergesagten Sonnentag zu vermiesen. Denn die unzähligen Staubkörner fungieren als Kondensationskeime, an denen sich Tropfen bilden. Dies führt zu Wolkenbildung, je nach Höhe entweder zu milchigen Schleierwolken, die sich dann zum Sonnenuntergang oft rostrot färben oder zu kompakteren mittelhohen Wolken, welche die Sonne komplett verdecken. Auf dem Satellitenbild von gestern lässt sich die Wolkenverteilung sehr gut erkennen. Ungewöhnlich diesmal ist die Ausdehnung bis über den Polarkreis hinaus. Selbst nach Island und Teilen Grönlands wird Saharastaub transportiert.

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Satellitenbild und Staubverteilung gestern Mittag. Quelle: Kachelmannwetter.de

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Grüße aus der Sahara

Eine straffe Südströmung brachte in den letzten beiden Tagen Temperaturen über 20°C, heute gab es in einigen Tälern sogar den ersten Sommertag (>25°C). Selbst auf dem Wendelstein wurden über 10°C gemessen.

Vielleicht ist dem einen oder anderem aber aufgefallen, dass besonders gestern die Sonnenauf- und Untergänge seltsam gelblich erschienen. Heute gab es sogar ausgedehnte Wolkenfelder, die nur von wenigen Wetterdiensten vorhergesagt wurden. Ursache ist Saharastaub, welcher an der Ostseite eines Tiefs über dem Atlantik bis in die höheren Schichten der Stratosphäre transportiert wurde. Dort ziehen die unzähligen Kondensationskeime auch noch den letzten Rest der vorhandenen Feuchtigkeit aus der Luft und bilden Wassertröpfchen oder Eiskristalle.

Ist die Staubdichte größer, kann das sogar zur Wolkenbildung führen. Das Problem ist, die Vorhersagemodelle haben den Saharastaub nicht auf dem Schirm und liegen deshalb manchmal so richtig daneben 🙂