Wüstenklima

Saharastaub-getrübter Blick von der Hochries zum Wendelstein. Quelle. foto-webcam.eu

Die letzten beiden Tage herrschte über Deutschland Wüstenklima. Neben einem Schwall Saharastaub gab es zudem sehr heiße Temperaturen. In Rosenheim und Kiefersfelden-Gach wurden 34°C gemessen, auf dem Wendelstein 27,4°C.

Das klingt jetzt erst einmal nicht sehr heiß, aber bis zur Schließung der Wetterwarte von 10 Jahren war der höchste gemessene Wert 26,2°C (27.07.1983). Dank einer privaten Messstation des Wendelstein-Observatoriums konnten auch danach Messwerte registriert werden. Seitdem wurde dieses Absolutmaximum viermal überboten und die heutigen 27,4°C ist die höchste jemals auf dem Wendelstein gemessene Temperatur!

Gruß aus der Sahara

Erst kam der Staub, dann der Sandregen. Quelle: Webcam Fischbachau/Schwarzenberg

Sicher ist Einigen gestern die gelborange wolkenartige Schicht aufgefallen, die vor allem am Nachmittag den Himmel und die Sicht stark trübte. Das ist ein Gruß aus der Sahara, ein ziemlich heftiger sogar. Ein heftiges Tiefdruckgebiet verursacht starke Winde, die mit einer straffen Süd- bis Südwestströmung in der Höhe den Wüstenstaub von Afrika nach Europa transportieren. Auf der Animation des österreichischen Wetterdienstes ZAMG kann man diesen Staubtransport wunderbar sehen, aber auch, dass der Sand uns bis mind. Freitag erhalten bleibt.

Starker Sichtrückgang durch Saharastaub. Quelle: Webcam Bad Endorf

Der in der Nacht hinzugekommene Regen wäscht die Staubpartikel aus der Luft und färbt sich bräunlich-rot. Auf allen Außenflächen bilden sich Ablagerungen, besonders bei Autos ist hierbei Vorsicht geboten. Den Sahara-Staub unbedingt mit Wasser abwaschen! Wer mit einem Tuch wischt, riskiert, dass die feinen Sandkörner Kratzer hinterlassen. (ch)

Februarfrühling

Saharastaubiger Blick vom Breitenstein zum Wendelstein. Foto: Michael Schmuck

Es ist, als wöllte uns Petrus für das Daheimbleiben etwas entschädigen und packt alles, was geht, in einen Monat: Winterurlaub, Frühlingsgefühle, Frühsommertemperaturen, Wüstensand und Sonnenuntergänge wie am sandigsten Sandstrand…

Es wurden zwar keine Rekorden geknackt, aber bei Gipfeltemperaturen bis 11°C auf dem Wendelstein und 20°C in den Tälern konnte man es die letzten 5 Tage sehr gut aushalten. In den Tälern konnte man den Winterlingen, Schneeglöckchen und den Krokussen fast beim Wachsen zusehen und auch die ersten Schmetterlinge und Bienchen wurden erspäht.

Nachfolgend Fotos von Michael Schmuck aus Feldkirchen-Westerham, welche die Sichtminderung durch den Saharastaub in Richtung Alpen zeigen, aber auch die herrlichen Frühlingsboten. Vielen Dank dafür!

Lufttrübung durch Saharastaub

Staubiger Sonnenuntergang mit Blick über den Chiemsee zum Wendelstein. Quelle: Webcam Chiemsee- Übersee

Dieser Februar ist wirklich außergewöhnlich. Da ist nicht nur die starke Temperaturschwankung von fast 30°C auf dem Wendelstein (von -18,8°C am 13.02. auf 10,6°C am 21.02.), sondern heute hat uns der zweite intensive Gruß aus der Sahara erreicht. Der Saharastaub hat nicht nur zu starken Sichtrückgängen geführt, sondern auch zu rötlich-trüben Sonnenauf- und Untergängen.

Der Staub wird in der Sahara durch lokale, kräftige Winde aufgewirbelt und kann dann in höheren Luftschichten über große Entfernungen verfrachtet werden. Diesmal gelangte er durch eine südliche Höhenströmung über Mitteleuropa sogar bis nach Skandinavien.

Verbreitung des Saharastaubs über Europa. Quelle: ZAMG

Saharastaub trübt den Himmel

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Wolkenbildung durch Saharastaub. Archivbild: Claudia Hinz

Seit gestern wird durch eine südliche Strömung Saharasand über das Mittelmeer hinweg nach Südwestdeutschland geweht. Das ist keine Seltenheit. Aber dennoch schafft es der Wüstensand immer wieder, in die Wettervorhersage hinein zu pfuschen und den vorhergesagten Sonnentag zu vermiesen. Denn die unzähligen Staubkörner fungieren als Kondensationskeime, an denen sich Tropfen bilden. Dies führt zu Wolkenbildung, je nach Höhe entweder zu milchigen Schleierwolken, die sich dann zum Sonnenuntergang oft rostrot färben oder zu kompakteren mittelhohen Wolken, welche die Sonne komplett verdecken. Auf dem Satellitenbild von gestern lässt sich die Wolkenverteilung sehr gut erkennen. Ungewöhnlich diesmal ist die Ausdehnung bis über den Polarkreis hinaus. Selbst nach Island und Teilen Grönlands wird Saharastaub transportiert.

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Satellitenbild und Staubverteilung gestern Mittag. Quelle: Kachelmannwetter.de

Grüße aus der Sahara

Eine straffe Südströmung brachte in den letzten beiden Tagen Temperaturen über 20°C, heute gab es in einigen Tälern sogar den ersten Sommertag (>25°C). Selbst auf dem Wendelstein wurden über 10°C gemessen.

Vielleicht ist dem einen oder anderem aber aufgefallen, dass besonders gestern die Sonnenauf- und Untergänge seltsam gelblich erschienen. Heute gab es sogar ausgedehnte Wolkenfelder, die nur von wenigen Wetterdiensten vorhergesagt wurden. Ursache ist Saharastaub, welcher an der Ostseite eines Tiefs über dem Atlantik bis in die höheren Schichten der Stratosphäre transportiert wurde. Dort ziehen die unzähligen Kondensationskeime auch noch den letzten Rest der vorhandenen Feuchtigkeit aus der Luft und bilden Wassertröpfchen oder Eiskristalle.

Ist die Staubdichte größer, kann das sogar zur Wolkenbildung führen. Das Problem ist, die Vorhersagemodelle haben den Saharastaub nicht auf dem Schirm und liegen deshalb manchmal so richtig daneben 🙂