Höhlenforscher am Wendelstein

In den Wintermonaten ist die Wendelsteinhöhle wegen Vereisung, Schnee und nicht zuletzt aus Naturschutzgründen für Besucher geschlossen. Fledermäuse verbringen dort in der Abgeschiedenheit und Ruhe der Höhle ihren Winterschlaf. Im Auftrag der Naturschutzbehörde unternahmen zwei erfahrende Höhlenforscher am vergangenen Wochenende eine Fledermauszählung und mussten sich dazu den Eingang in die Wendelsteinhöhle erst einmal mühsam freischaufeln (Foto).

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Foto: Gertrud Keim

Der viele, in kurzer Zeit gefallenen Schnee im Januar habe den Eingang komplett dicht gemacht, so dass so gut wie kein Luftaustausch stattfand und die Höhle in den vorderen Teilen nicht wie sonst üblich heruntergekühlt wurde, so Höhlenforscher Werner Zagler. Aus diesem Grund finde man in der Höhle bisher kaum Eisbildungen vor, folgert der Experte. „Dadurch, dass es während des Tages sehr warm war, war die Höhle tropfnass“, berichtet Zagler weiter. Im Schauhöhlenbereich wurden bei der Forschungstour keine Fledermäuse gesichtet. Erst im unerschlossenen Teil der Wendelsteinhöhle dokumentierten die Höhlenforscher zwei „Große Mausohren“ und eine „Bartfledermaus“. Im sog. neuen Teil werden weitere Exemplare vermutet, daher werden Bergsteiger dringend darum gebeten, die Höhle derzeit nicht zu betreten.

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„Großes Mausohr“ in der Wendelsteinhöhle. In den Wintermonaten halten die Fledermäuse dort ihren Winterschlaf ab. Bei jeder Störung verbrauchen die Tiere überlebensnotwendige Energiereserven.

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Ab in die Kältefalle

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Vergleichsweise angenehme Temperaturen herrschen derzeit auf rund 1.700 m in der Wendelsteinhöhle. Vor allem im Bereich der sog. Kältefalle beim natürlichen Höhleneingang. Hier, am tiefsten Punkt des ca. 300 m langen Besucherweges, sammelt sich die gesamte kalte Luft. Da sie schwerer ist als die wärmere Außenluft kann sie hier nicht entweichen. Oft findet man dort auch im Hochsommer noch Schneereste vor.

Eine interaktive Station zum Thema „Biologie“ zeigt an dieser Stelle u.a. Wissenswertes zu Höhlentieren, die ungeschulten Augen für gewöhnlich verborgen bleiben.

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Darüber hinaus gibt es drei weitere interaktive Stationen in der Wendelsteinhöhle, die geologische, psychologische und auch philosophische Aspekte der Höhlenforschung erläutern.

Fotos: Peter Hofmann

Höhlen-Abenteuer am Wendelstein

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Am 21./22. Juli dreht sich am Wendelstein wieder ein ganzes Wochenende lang alles um das spannende Thema „Höhle“. Im Rahmen des Aktionsprogramms, welches die Wendelsteinbahn GmbH in Zusammenarbeit mit dem Verein für Höhlenkunde München e.V. und der Bergwacht bzw. Höhlenrettung durchführt, gewährt ein erfahrener Höhlenforscher Interessierten auch einen exklusiven Blick in die touristisch unerschlossenen Winkel der Wendelsteinhöhle (Foto: Peter Hofmann). Die Tour zur sog. Herzkammer ist recht anspruchsvoll und sicher nicht für jeden zu bewältigen.

Mehr Infos zum Höhlen-Erlebnis-Wochenende am Wendelstein: https://www.wendelsteinbahn.de/hoehlen-erlebnis-wochenende-am-wendelstein

Wendelsteinhöhle

2011-10 Wsthöhle 486 (Peter Hofmann)

Seit Ende letzter Woche ist Deutschlands höchstgelegene Schauhöhle am Wendelstein nach der winterbedingten Schließung wieder eisfrei und begehbar. Gerade bei wechselhaftem Wetter ein ideales Ausflugsziel! Vier interaktive Stelen begleiten den Besucher durchs faszinierende Innere des Wendelsteins.

Foto: Peter Hofmann, aufgenommen im sog. Höhlen-Dom an der Station „Philosophie“