Laue Nächte der Sternschnuppen

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Perseid am Abend des 06.08.2018. Foto: Wolfgang Hinz

Vom 17. Juli – 28. August kreuzt die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Die Kometentrümmer treten in die Erdatmosphäre ein und erzeugen beim Verglühen wunderschöne Sternschnuppen. Das Maximum wird in der Nacht vom Sonntag, 12. August auf den Montag, 13. August 2018 erreicht. Sollte das Wetter mitspielen, gibt es nur zwei Tage nach Neumond die perfekten Lichtbedingungen, um auch schwächere Sternschnuppen sehen zu können. Doch auch in den Nächten davor und danach werden Hunderte der meist millimeterkleinen Gesteinsbrocken mit 60 Kilometern pro Sekunde, das sind 216.000 Kilometer pro Stunde, in die Erdatmosphäre eintreten und in 80 bis 100 Kilometer Höhe durch die Reibungshitze verglühen.

Der Radiant, also der Punkt, aus dem die Sternschnuppen kommen, ist das Sternbild Perseus (siehe Karte). Es ist in Mitteleuropa zirkumpolar, das heißt es geht die gesamte Nacht über nicht unter. Somit sind die Perseiden auch schon zu Beginn der Nacht zu sehen. Allerdings können am Abendhimmel nur wenige Meteore beobachtet werden, denn der Beobachter befindet sich zu dieser Zeit auf der dem Partikelstrom abgewandten Seite der Erde und der Radiant liegt noch sehr flach über dem Horizont. Ab etwa Mitternacht steht er genügend hoch über dem Osthimmel. Die hellsten Meteore sind aber in Gegenrichtung zu beobachten, da dort die zu sehen sind, die in flachem Winkel in die oberen dünnen Atmosphärenschichten eintreten und dadurch sehr langsam verglühen.

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Mofi-Impressionen vom Wendelstein-Observatorium

Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts! Freilich nutzten in der Nacht von 27. auf 28. Juli 2018 auch die Profis von der Universitäts-Sternwarte München die besonderen Sichtbedingungen am Observatorium Wendelstein. Die Aufnahmen wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Christian Obermeier, Matthias Kluge, Michael Schmidt, Claus Gössl, Ulrich Hopp, Observatorium Wendelstein der LMU München.

Eines der Fotos zeigt den Mond über dem Wilden Kaiser, wie er das erste mal durch die Wolken blinzelt. „Ausgerechnet in die Richtung des Mondaufgangs hatten wir zunächst einen mächtigen Gewitterturm. Danach wurde es aber klar“, berichtet Dr. Ulrich Hopp, wissenschaftlicher Leiter  des Wendelstein-Observatoriums. Das Bild wurde mit normalem 70mm Zoom-Kameraobjektiv aufgenommen.

Die Großaufnahmen vom Mond wurden mit einem kleinen Teleskop von 115 mm Öffnung und 800 mm Brennweite von der Terrasse des Wendelstein-Observatoriums gemacht. Ein Bild zeigt den Mond mitten in der Finsternis, als er richtig dunkel war und am Himmel die Milchstrasse zu sehen war, das andere Bild zeigt den Mond während der Austrittsphase.

Hier gibt es mehr Infos und Videos von der „Mofi“, aufgenommen vom Wendelstein: https://www.uni-muenchen.de/aktuelles/news/2018/mondfinsternis.html

Besondere Mondfinsternis am kommenden Freitag

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Mondfinsternis am Riesenkopf von Brannenburg aus gesehen. Foto: Wolfgang Hinz

Wenn das Wetter mitspielt, können wir am Freitag Abend eine totale Mondfinsternis  mit einigen Besonderheiten erleben.

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn in den von der Sonne erzeugten Erdschatten eintritt. Dazu müssen Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen. In dieser Konstellation wird die sichtbare Mondhälfte komplett von der Sonne beleuchtet, so daß eine Mondfinsternis nur bei Vollmond stattfinden kann. Wäre die Mondbahn nicht um 5° geneigt, würde in jedem Monat eine totale Finsternis stattfinden. Aber so sind es meist zwei im Jahr. Verläuft die Mondbahn komplett durch den Kernschatten der Erde, wird der komplette Mond verfinstert.

Genau das ist am Freitag der Fall. Mit einer Dauer der Totalitätsphase von 103 Minuten wird diese Mondfinsternis die längste des 21. Jahrhunderts. Denn derzeit ist die Entfernung zwischen Erde und Mond und auch die zwischen Erde und Sonne besonders groß. Der daraus resultierende überdurchschnittlich große Erdschatten wird vom Mond genau mittig durchquert.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Mond sich bereits in der partiellen Phase der Finsternis befindet, wenn er auf geht. Er tritt um 19:13 Uhr in den Halbschatten der Erde und um 20:24 Uhr in den Kernschatten ein. Wenn der Mond also um 20.45 Uhr auf dem Wendelstein aufgeht (in Tallagen wenige Minuten später), ist er bereits zu fast 50% „verfinstert“. Wer den Mondaufgang von einem erhöhten Standpunkt aus beobachtet, sieht vielleicht zusätzliche Refraktionseffekte wie Mondverzerrung oder gar den grünen Strahl.

Von 21.29 Uhr bis 00.19 Uhr steht der Mond schließlich im Kernschatten. Die Medien bezeichnen diese Phase oft als Blutmond. Denn wenn während der Totalitätsphase kein direktes Licht mehr die Mondoberfläche erreicht, ist er dennoch schwach rötlich sichtbar, da das langwellige Rot von den Aerosolen der Erdatmosphäre in den Schattenkegel gestreut wird. Die Helligkeit des kupferroten Mondes variiert bei jeder Finsternis sehr stark. Entscheidend ist zum einen, wo genau der Mond den Erdschatten passiert, aber auch der Staubgehalt der Erdatmosphäre. Aufgrund der zahlreichen Waldbrände in ganz Europa sind mehr Streupartikel in der Atmosphäre, so dass das Rot des komplett verfinsterten Mondes intensiver sein könnte.

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Für das i-Tüpfelchen bei dieser Mondfinsternis sorgt unser Nachbarplanet Mars, der an diesem Abend etwa 6° unterhalb des Mondes steht. Somit befindet er sich – ebenso wie der Mond – in Opposition zur Sonne und erreicht seine maximale Helligkeit. An diesem Abend strahlt der Mars mit -2.8 mag fast in seiner größten überhaupt möglichen Leuchtkraft und zudem heller als Jupiter. Diese Konstellation, daß eine derart lange Mondfinsternis mit einer besonders günstigen Marsopposition zusammenfällt, gibt es im Durchschnitt nur alle 105000 Jahre!