Wolkenmeer

Der derzeitige Altweibersommer bringt nicht nur Sonne, sondern in den Tälern zum Teil zähen Nebel. Auf den Bergen ist man dann meistens über den Wolken und hat einen grandiosen Ausblick auf die umliegenden Berge, die wie kleine Inseln aus dem Wolkenmeer herausragen. Fotos: Claudia Hinz

 

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Altweibersommer

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Herbstliche Licht- und Schattenspiele. Foto: Claudia Hinz

Hoch ULF hat sich direkt über Deutschland platziert und gestaltet das Wetter zunehmend sonnig und wärmer. Am kommenden Samstag steigen die Temperaturen nochmals auf über 20°C in den Tälern und 15°C auf den Bergen. Nach einem kleinen gewittrigen Tief am Sonntag setzt sich auch in der kommenden Woche wieder zunehmender Hochdruckeinfluss durch und der sonnige Altweibersommer wird fortgesetzt.

Der Altweibersommer zählt zu den wichtigsten Singularitäten im jährlichen Witterungsablauf. Dabei handelt es sich um eine Schönwetterperiode, die regelmäßig von Mitte September und bis Anfang Oktober auftritt. Sie wird durch beständigen hohen Luftdruck über dem Festland oder durch eine Hochdruckbrücke über Mitteleuropa verursacht. Dabei führen südliche bis östliche Winde trockene Warmluft nach Mitteleuropa. Tagsüber wird es sommerlich warm, während es sich in den klaren Nacht oft schon sehr abkühlt. Seinen Namen hat er von den zu dieser Jahreszeit durch die Luft flatternden glitzernden, hauchdünnen Spinnfäden, die an die silbernen Haare alter Weiber erinnern. Die Mythologie führt auf die Spuren von drei Nornen oder Parzen, von denen eine den Lebensfaden spinnt, die zweite ihn zum Lebensmuster verwebt und die dritte ihn abschneidet und vom Winde davon tragen lässt, während die erste ihn schon wieder gesponnen hat im ewigen Kreislauf des Lebens bzw. der Jahreszeiten.

Langes und intensives Abendrot gestern Abend

Gestern gab es am Alpenrand ein intensives und sehr langes Abendrot. Besonders gut wurde es von den Webcams mit Blick auf den Wendelstein festgehalten. (Quelle: foto-webcam.eu)

Durch Vulkanausbrüche und zahlreiche Waldbrände ist die höhere Atmosphäre derzeit sehr staubhaltig. Diese erhöhte Staubkonzentration könnte für das über eine Stunde andauernde Abendrot verantwortlich sein. Abendrot entsteht bei tiefen Sonnenstand, wenn beim langen Weg des Lichtes durch die Atmosphäre vom Farbspektrum nur noch das langwellige Rot übrig bleibt da alle anderen Farben von den Aerosolen weggestreut wurden (Grafik). Wenn dieses rote Licht hohe Wolken (im gestrigen Fall Altocumulus und Cirrus), entshet solch ein herrliches Abendrot. Je zahlreicher die Aerosole sind, desto mehr wird das Licht natürlich gestreut. An Aerosolen wird das Licht wesentlich stärker als an Luftmolekülen in einem Bereich von bis zu 30° in Vorwärtsrichtung gestreut, wobei auch hier viel mehr rotes als blaues oder grünes Licht gestreut wird. Wenn dieses intensive rote Licht die Wolken von schräg unten beleuchtet und von dort in unsere Augen reflektiert wird, sieht man daher auch dann noch etwas, wenn die Intensität unter normalen Bedingungen (also einer weniger aerosolbelasteten Atmosphäre) nicht mehr ausreichen würde.

Schnee am Wendelstein

Schnee auf dem Wendelstein. Foto: Claudia Hinz

Die markante Kaltfront des Sturmtiefs FABIENNE hat am Wendelstein nicht nur Gewitter und Sturm, sondern auch einen markanten Temperatursturz von 18°C auf -2°C. Auf dem Gipfel hat sich eine dünne Schneedecke gebildet, die heute aufgrund noch einiger folgenden Schauer sicherlich noch anwächst. Wer baut den ersten Schneemann???

Ungewöhnlich sind weder Temperatur noch Schnee. Am 28.09.2002 gab es bereits 65cm am Gipfel und am 30.09.1954 eine Tiefsttemperatur von 5,7°C. Davon sind wir noch weit entfernt…

Gewitter

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Gewitter über dem Mangfallgebirge. Foto: Claudia Hinz

Gestern abend zog eine große Gewitterzelle über den Alpenraum hinweg und traf auch den Wendelstein. Heute ist es aber schon wieder sonnig und wer Zeit hat, sollte die letzten schönen Spätsommertage auf dem Berg genießen. Denn kommende Woche sieht es nach einem markanten Temperatursturz aus, der auf dem Gipfel die ersten Schneeflöckchen bringen könnte …