Malerische Morgenstimmung

Foto vom 22. Jan. 2023: B. Singer

So eine malerische Morgenstimmung wie am gestrigen Sonntag, noch dazu aus diesem außergewöhnlichen Blickwinkel, kann man nur einfangen, wenn man wie Benjamin Singer bei der Wendelstein-Seilbahn arbeitet 🙂 Herzlichen Dank für den tollen Beitrag zum Wendelsteinblog.

Lichtsäulen

Quelle: foto-webcam.eu

Heute Morgen zeigte sich auf der Webcam Wendelstein-Ost eine schöne untere Lichtsäule (Bild oben). Bereits in der Nacht zuvor waren zahlreiche Lichtsäulen an verschiedenen Lampen zu sehen, zum einen an den (Fern-?)Lichtern der Pistenraupen am Sudelfeld, aber auch im Inntal zeigten einige Säulen.

Quelle: foto-webcam.eu

Solche Lichtsäulen entstehen durch Lichtreflektion an Eisplättchen. Wie die Wellen auf einer Wasseroberfläche werfen auch die Basisflächen der schwebenden Eisplättchen das Licht zurück. Unser Gehirn verbindet die Milliarden von Lichtpunkten zu einer Säule, sowohl im Wasser als auch am Himmel als obere und untere Lichtsäule.

Damit diese entstehen können, braucht es sehr kalte Temperaturen und feuchte Luftmassen. Oft fließen kalte Luftmassen aus dem Osten zu uns und sind deshalb sehr trocken. Letzte Nacht kühlte die eingeflossene Polarluft auf dem Wendelstein auf unter -10°C ab und von Süden schaufelte das Mittelmeertief JAN fleißig Feuchtigkeit zu uns, welche bei diesen Temperaturen auskristallisiert. In der Luft schweben dann Eisplättchen langsam zu Boden und erzeugen derartige Säulen.

Der Winter zeigt ein kleines Lebenszeichen

Im Vergleich zu Weihnachten und 3-Kini schaut es am Wendelstein aktuell schon wieder ein bißerl winterlicher aus.

43 cm Schnee meldet die Messstation am Soin derzeit. Kenner wissen: Das reicht am felsigen und windgebeutelten Wendelstein noch nicht für den Skibetrieb. Im Wetterbericht des Rosenheimer Lokalradios Charivari hieß es heute früh, dass es am Wendelstein in den nächsten zwei Wochen zwei Meter Schnee haben könnte. Wir sind gespannt 🙂

Alles einsteigen zur Fahrt durch die Winterlandschaft

Foto: M. Namberger / Chiemgau Tourismus

Während der Schnee in den Tälern durch die zunehmend milden Temperaturen vielerorts schon weniger wird, kann man sich auf dem Wendelstein zumindest optisch an der weißen Pracht erfreuen. Zur Eröffnung des Skibetriebs reicht es derzeit noch nicht. Die Zahnradbahn in Brannenburg startet am Freitag, 23. Dezember in den Winterbetrieb. Hier geht es zu den täglich aktuellen Wetter- und Betriebsinfos: https://www.wendelsteinbahn.de/wetter

Luftspiegelungen am Wendelstein

Die letzte Nacht war in den Tälern sehr kalt und es bildete sich im Vorland eine Nebeldecke mit einer Obergrenze von etwa 900 Metern Höhe. Als am Morgen die Sonne auf das Nebelmeer schien, bildete sich an der Obergrenze ein markanter Temperatursprung. Da kalte Luft dichter ist als warme, wird ein flacher Sehstrahl zum Auge hin gekrümmt (Refraktion), was zu Luftspiegelungen führt. Eine solche war heute von der Webcam Hohenpeißenberg in Richtung Wendelstein zu sehen. Ich fand es so spannend, den Berg „wachsen“ oder verzerrt zu sehen, dass ich die zum Wendelstein hin ausgeschnittenen Einzelbilder zu einem Filmchen zusammenfügen musste 🙂

Glorie

Diese atmosphärische Erscheinung, eine sog. Glorie, hielt Markus Ostertag von der Wendelstein-Seilbahn am gestrigen Nachmittag fest.

„Eine Glorie entsteht dann, wenn ein Schatten auf Wolken oder eine Nebelwand fällt. Dann wird das Licht an den winzigen Wassertröpfchen unter komplizierten physikalischen Vorgängen gebeugt und zurückgestreut und es entstehen farbige Ringe um den Kopf des Schattens.“ (siehe auch: https://wendelsteinbild465404237.wordpress.com/2018/07/10/was-ist-eine-glorie/) Auf dem Berg sind Glorien offenbar gar nicht so selten zu beobachten, vor allem dann, wenn sich der Gipfel – wie gestern Nachmittag vorübergehend am Wendelstein – oberhalb einer Wolkendecke befindet.

Strahlen zum Sonnenuntergang

Quelle: foto-webcam.eu

Gestern waren zum Sonnenuntergang von Bad Endorf in Richtung Wendelstein geblickt herrliche Strahlen zu sehen. Diese entstehen dann, wenn sich zwischen Sonne und Beobachterauge Hindernisse (Berge oder horizontnahe Wolken) befinden, welche die Schatten erzeugen. Zum zweiten braucht es eine Leinwand, auf welcher die Strahlen abgebildet werden. Steht die Sonne nah am Horizont, dann ragen hohe Hindernisse aus der Sichtlinie heraus, so dass die abbildende Leinwand auch höher liegen kann, wie die Wolkendecke im Bild. Würde die Sonne genau hinter dem Wendelstein stehen, dann würde auch er seinen Schatten auf die Wolkenwand projizieren 🙂