Brückenfrühling am Wochenende

Zapfen am Observatorium zeugen vom Kampf der Jahreszeiten. Foto: Claudia Hinz

In den letzten Jahren war typisches Aprilwetter aus der Mode gekommen. Zwar gab es mal kleine Kälterückfälle und selten auch eine kurzzeitige Schneedecke, aber insgesamt waren vor allem die letzten drei April-Monate viel zu warm. Seit 1998 fielen 20 Aprilmonate zu mild aus. In den Supermärkten hat sich deshalb eingebürgert, im April die Grillsaison zu eröffnen.

Das ist in diesem Jahr anders. Immer wieder erreicht uns Kaltluft direkt aus dem Norden und kämpft gegen den Frühling an, der zwischendrin aber immer wieder das Zepter mit voller Macht in die Hand nimmt. So liegen zwischen Grillwetter und Ski fahren oft nur wenige Tage.

Am Wochenende versucht zumindest über der Südhälfte Deutschlands der Frühling einen neuen Vorstoß. Eine Grenzwetterlage trennt nämlich warme Luftmassen über dem Süden von kühlen über dem Norden. So können die Temperaturen am Alpenrand mit Föhnunterstützung bis zu 18°C erreichen, während es im Norden Deutschlands nur knapp über dem Gefrierpunkt bleibt. Wer kann, sollte dieses Traumwetter im Tal genießen, denn in den Bergen liegt noch (bzw. erneut) viel Schnee (Lawinenwarndienst Soin: 1,16m). Und ab Montag kommt weiterer hinzu, denn dann zeigt uns ein erneuter Wintereinbruch die kalte Schulter. April eben, wie er früher einmal war … 😉

Winter im Frühling

Einen recht verspäteten Wintertraumtag rund um den Wendelstein zeigt dieses am heutigen Dienstag, 6.4.21 von Anton Aumüller aus Brannenburg aufgenommene Bild. Vom Inntal aus gesehen reihen sich hier die Nachbargipfel des Wendelsteins aneinander: links das Wildalpjoch im weißen Kleid, rechts die Hochsalwand, Lechnerköpfl und die schneebedeckte Rampoldplatte. Im Vordergrund der geschichtsträchtige Schrofen.

Foto: Anton Aumüller

Schneeräumen

Zwar steht seit heute fest, dass der Corona-Lockdown bundes- und landesweit bis mindestens 18. April verlängert wird, Schnee geräumt werden muss trotzdem. Und das nicht wenig 😉 Hier die aktuellsten „Frühlings“-Impressionen vom Wendelstein vom 22. März 2021. Fotos: F. Obermair

Frühlingsanfang

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Quelle: foto-webcam.eu


Heute Vormittag begann der astronomische Frühling. Das Wetter hält sich jedoch ganz und gar nicht daran. Der Berg präsentiert sich ganztägig bei zweistelligen Minusgraden und der Lawinenwarndienst konnte am Soin mit 1,70m die größte Schneehöhe des ganzen Winters messen. Aber der Frühling kommt kommende Woche mit großen Schritten und wird auch in den Bergen Tauwetter bringen (siehe Vorhersage).

Frühjahrstour

Das für diese Jahreszeit ungewöhnlich milde Wetter lud in den letzten Tagen bereits zu Bergwanderungen ein. Teresa Funk aus Oberaudorf zog es dabei ins Wendelsteingebiet, wie die folgenden schönen Aufnahmen zeigen. Aber Obacht, wer ungeübt und nicht so trittsicher ist, sollte derzeit angesichts der nach wie vor winterlichen Verhältnisse unbedingt ein weniger hochalpines Terrain wählen! Zum Wochenende erhält der Wendelstein laut Wettervorhersage wohl auch wieder eine leichte Schneedecke.

Februarfrühling

Saharastaubiger Blick vom Breitenstein zum Wendelstein. Foto: Michael Schmuck

Es ist, als wöllte uns Petrus für das Daheimbleiben etwas entschädigen und packt alles, was geht, in einen Monat: Winterurlaub, Frühlingsgefühle, Frühsommertemperaturen, Wüstensand und Sonnenuntergänge wie am sandigsten Sandstrand…

Es wurden zwar keine Rekorden geknackt, aber bei Gipfeltemperaturen bis 11°C auf dem Wendelstein und 20°C in den Tälern konnte man es die letzten 5 Tage sehr gut aushalten. In den Tälern konnte man den Winterlingen, Schneeglöckchen und den Krokussen fast beim Wachsen zusehen und auch die ersten Schmetterlinge und Bienchen wurden erspäht.

Nachfolgend Fotos von Michael Schmuck aus Feldkirchen-Westerham, welche die Sichtminderung durch den Saharastaub in Richtung Alpen zeigen, aber auch die herrlichen Frühlingsboten. Vielen Dank dafür!

Lufttrübung durch Saharastaub

Staubiger Sonnenuntergang mit Blick über den Chiemsee zum Wendelstein. Quelle: Webcam Chiemsee- Übersee

Dieser Februar ist wirklich außergewöhnlich. Da ist nicht nur die starke Temperaturschwankung von fast 30°C auf dem Wendelstein (von -18,8°C am 13.02. auf 10,6°C am 21.02.), sondern heute hat uns der zweite intensive Gruß aus der Sahara erreicht. Der Saharastaub hat nicht nur zu starken Sichtrückgängen geführt, sondern auch zu rötlich-trüben Sonnenauf- und Untergängen.

Der Staub wird in der Sahara durch lokale, kräftige Winde aufgewirbelt und kann dann in höheren Luftschichten über große Entfernungen verfrachtet werden. Diesmal gelangte er durch eine südliche Höhenströmung über Mitteleuropa sogar bis nach Skandinavien.

Verbreitung des Saharastaubs über Europa. Quelle: ZAMG