Ist denn schon Frühling?

…schien sich diese Dohle zu fragen, die sich heute bei Gipfeltemperaturen bis zu +8°C in der Sonne aalte. Nein, noch nicht ganz. Denn in den Tälern blieb es oft ganztägig kalt.

Das Hoch EKART liegt derzeit mit ungewöhnlich hohem Kerndruck über dem Südosten unseres Landes. Wir liegen an dessen westlicher Flanke, über die sehr milde und trockene Luft aus dem Süden strömt. Allerdings machen sich diese warme Luftmassen nur in der Höhe bemerkbar. In den Tälern sammelt sich die schwere Kaltluft und es bildet sich oft Nebel. Diese „kalte Suppe“ wird nach oben hin regelrecht gedeckelt, d.h. der Austausch zwischen den tiefer und und höher liegenden Luftschichten wird durch eine Sperrschicht verhindert. Diese Umkehr des normalerweise mit der Höhe abnehmenden Temperaturverlaufs nennt man Inversion. Voraussetzung für eine solche Inversion ist eine Landschaft, die aus Hochflächen und darin eingeschnittenen Tälern besteht sowie wolkenloser Himmel und Windstille, damit sich die Luftmassen nicht vermischen können.

Aber in den nächsten Tagen normalisiert sich wieder alles, das heißt, die Täler werden warm und auf dem Gipfel klopft der Winter nochmals an. Ab Sonntag ist auch Schnee dabei, wenn nicht besonders viel. Es besteht also weiterhin wenig Hoffnung auf Skibetrieb 😦

Inversionsschicht. Foto: Claudia Hinz

Wo bleibt der Winter?

Vergleich der Schneelage 2019 und 2020. Quelle: foto-webcam.eu

Ja, ok, der Wendelstein ist noch etwas weiß. Aber wenn man mit gleichem Tag von letztem Jahr vergleicht, sieht man, wie wenig noch liegt. Immer wieder schlägt der Föhn zu und macht die Hoffnung auf’s Skifahren zunichte. Und für den Januar sieht es weiterhin nicht gut aus. Zwar schaut am kommenden Wochenende der Winter mal kurz vorbei und könnte auch etwas Schnee bringen, aber ab Dienstag schlägt der Föhn erneut zu.

Dass aber noch nicht alles verloren ist, zeigt beispielsweise das Jahr 1988. Auch da kam der Winter ewig nicht in Gang und der Schnee ließ auf sich warten. Erst zum Januarende kamen 50cm zusammen. Doch im Februar vermehrte sich dieser auf 1,90m und im März sogar noch auf 3 Meter. Bis Anfang Juni dauerte es damals, bevor der Gipfel wieder schneefrei war. Vielleicht bringt also der Februar noch das erhoffte Weiß, drücken wir uns die Daumen 🙂

Erinnerung: Januar 2019

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Im Januar 2019 versank der Wendelsteingipfel quasi im Schnee. Foto: Markus Ostertag.

Nachfolgende Bildergalerie erinnert uns an den schneereichen Januar 2019. Wochenlang waren die Mitarbeiter der Wendelsteinbahn damit beschäftigt, die Zahnradbahn-Trasse freizuschaufeln. Im letzten Jahr mussten Wintersportfreunde aufgrund der gewaltigen Schneemassen bis Ende Januar auf die Eröffnung des Skibetriebs warten. Geduld ist auch heuer gefordert: Der Januar 2020 präsentiert sich bisher jedoch mit viel zu wenig Schnee und zu milden Temperaturen. (Fotos: Obermair)

Morgenrot

Morgenrot von Bruckmühl in Richtung Wendelstein geblickt. Fotos: Michael Schmuck

In den letzten Tagen gab es wieder sehr viele Himmelsfarben vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang. Das schönste Morgenrot konnte Michael Schmuck am Mittwochmorgen nahe Bruckmühl in Richtung Wendelstein aufnehmen.

Wintermärchen

Wintermärchen auf dem Wendelstein. Quelle: Webcam Wendelstein-Ost

Der Wedelstein hat sich über die Weihnachtsfeiertage in ein Wintermärchen verwandelt. Der Lawinenwarndienst am Soin meldet 77cm Schnee. Bleibt zu hoffe, dass das herrliche Weiß die wärmeren Temperaturen zum Jahreswechsel gut übersteht. Das Wetter soll auf jeden Fall ab Morgen traumhaft werden.

 

Wolkenschatten über dem Wendelstein

Wolkenschatten über dem Wendelstein. Foto: Volker Eschenbach

Dieses ungewöhnliche Foto gelang Volker Eschenbach am letzten Donnerstag von Burgham aus. Es zeigt über dem Wendelstein einen Wolkenschatten, der nach oben verläuft. Solch ein Schatten kann nur dann entstehen, wenn das Licht der noch nicht aufgegangenen oder sehr tiefstehenden Sonne auf ein Hindernis trifft und sich dahinter eine Dunst- oder Wolkenschicht befindet, auf welcher der Schatten abgebildet werden kann. In diesem Fall ist dies eine Wolke, aber es klappt auch mit dem Wendelstein selbst, wie das nachfolgende Archivbild zeigt.

Schattenbildung am Wendelstein. Archivbild vom 16.02.2008, aufgenommen in Flintsbach. Foto: Claudia Hinz