Pollensturm

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Pollen

Dieses Bild nahm gestern die Webcam Hochries in Richtung Wendelstein über dem Inntal auf. Was ist das? Die Erklärung lieferte heute Morgen Wetteronline (siehe Fotostrecke). Durch das ungewöhnlich warme Wetter gab es eine wahre Blütenexplosion. Gestern kam vor dem Gewitter starker Wind auf und wirbelte Unmengen an Blütenstaub auf. So etwas gibt es sicherlich auch nicht alle Tage …

Gewittrige Kaltfront

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Heute Nachmittag zog mit einer Gewitterfront die Kaltfront von Tief MADELEINE herein. Sie brachte nicht nur Regenschauer, sondern der Wendelstein wurde vorübergehend auch kurz weiß (wahrscheinlich Graupel). Die Temperatur sank innerhalb von einer Stunde von 15 auf 6°C. Danach gab es noch einen tollen Regenbogen. Hier die besten Webcambilder des Frontendurchgangs. Quelle: foto-webcam.eu


 

Frühlingsexplosion


Fotos: Michael Schmuck

In den letzten Tagen hat uns das Hoch NORBERT richtig eingeheizt und zusammen mit einem kräftigen Tiefdruckwirbel auf dem Nordostatlantik auf dessen Vorderseite subtropische Luftmassen nach Deutschland transportiert. Heute war der Höhepunkt und es wurden in Rosenheim 28°C gemessen. Die Vegetation ist geradezu explodiert. Das zeigen auch diese Bilder der Kirschblüte, aufgenommen heute Morgen am Aschbacher Berg.

Auf dem Wendelstein wurde heute im Bereich der Webcams auf dem Gacher Blick 18°C gemessen. Diese Temperaturen dürften zu den höchsten gehören, die in den 129 Jahren bis zur Schließung der Wetterwarte 2012 gemessen wurden. Lediglich am 28.04.2012 war es mit 18,1°C schon einmal ähnlich warm.

Phänologischer Erstfrühling

Während auf dem Wendelstein vor allem auf dem Nordhang noch ziemlich viel Schnee liegt, hat im Inntal mit der Blüte der Forsythie bereits der Phänologische Erstfrühling begonnen. Denn im Gegensatz zum Meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März und zum astronomischen Frühlingsbeginn zur Tag- und Nacht-Gleiche werden in der Phänologie die Jahreszeiten vom Pflanzenwachstum bestimmt. Der Frühling wird hier nochmal in drei Abschnitte unterteilt. Der Vorfrühling beginnt, wenn die Kätzchen der Haselsträucher stäuben und die Schneeglöckchen blühen. Die Forsythie leitet den Erstfrühling ein und mit der Apfelblüte hält der Vollfrühling Einzug. Die Phänologischen Jahreszeiten sind also an kein festes Datum gebunden. Der Frühlingsbeginn ist nicht nur von Jahr zu Jahr unterschiedlich, sondern variiert auch regional sehr stark, denn der Vegetationsbeginn kann im Flachland um Wochen früher eintreten als im höheren Mittelgebirge.

Foto: Anton Aumüller

Grüße aus der Sahara

Eine straffe Südströmung brachte in den letzten beiden Tagen Temperaturen über 20°C, heute gab es in einigen Tälern sogar den ersten Sommertag (>25°C). Selbst auf dem Wendelstein wurden über 10°C gemessen.

Vielleicht ist dem einen oder anderem aber aufgefallen, dass besonders gestern die Sonnenauf- und Untergänge seltsam gelblich erschienen. Heute gab es sogar ausgedehnte Wolkenfelder, die nur von wenigen Wetterdiensten vorhergesagt wurden. Ursache ist Saharastaub, welcher an der Ostseite eines Tiefs über dem Atlantik bis in die höheren Schichten der Stratosphäre transportiert wurde. Dort ziehen die unzähligen Kondensationskeime auch noch den letzten Rest der vorhandenen Feuchtigkeit aus der Luft und bilden Wassertröpfchen oder Eiskristalle.

Ist die Staubdichte größer, kann das sogar zur Wolkenbildung führen. Das Problem ist, die Vorhersagemodelle haben den Saharastaub nicht auf dem Schirm und liegen deshalb manchmal so richtig daneben 🙂

Vor 15 Jahren: Starker Föhnsturm

Föhnzusammenbruch über dem Alpenhauptkamm. Foto: Claudia Hinz

Vor 15 Jahren, vom 14. bis 17. November 2002, fand am Alpenrand ein starker Föhnsturm statt, der auch an der Trasse der Wendelsteinbahn zu starken Schäden führte. In dieser Wochenserie möchten wir an dieses Ereignis erinnern und zeigen, wie es im damals stark verwüsteten Aipl heute aussieht.

Wie kam es zum Föhnsturm? Ein Tief über Westeuropa erzeugte eine Südwestströmung über den Alpen. In den Folgetagen wanderte es weiter nach Süden und verstärkte den Alpenföhn, so dass auf den Gipfeln Böen bis 233 km/h (Zugspitze; Wendelstein 199,4 km/h) und selbst in den Tälern bis 120 km/h gemessen wurde. Dabei war die Windsituation aber lokal sehr unterschiedlich, da die Strömung durch Abschattungen und Düseneffekte modifiziert wurde.

Am Wendelstein war besonders Aipl betroffen, wo der Sturm im Mühlbachtal gebündelt wurde und die Bäume durch die bodennahe Angriffsfläche wie Streichhölzer umlegte. Nur wenige Bäume konnten dem Sturm widerstehen.

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