Roter Regenbogen

Roter Regenbogen. Foto: Claudia Hinz

Abendlicher Regenbogen im Leitzachtal. Der Regenbogen ist fast nur noch rot, da durch den langen Lichtweg des flach in unsere Erdatmosphäre einstrahlenden Sonnenlichts die restlichen Farben herausgestreut werden.

Wendelstein-Wetterwerte bei kachelmannwetter.de

Messstation des Wendelstein-Observatoriums über der ehemaligen Wetterwarte auf dem Gipfel. Foto: Wolfgang Hinz

Nachdem der Deutsche Wetterdienst am 21. September 2012 die fast 130-jährige Messreihe am Wendelstein ersatzlos beendete, legte sich das Wendelstein-Observatorium der Universitätssternwarte München eine eigene Messstation zu. Die aktuellen Daten waren und sind zwar im Internet abrufbar, aber leider sind nur Stundenwerte verfügbar.

Nun hat kachelmannwetter.com  die Daten in sein Messnetz integriert, so dass Temperatur- und Feuchtewerte incl. Tagesmaximum und -minimum und die Windwerte stündlich und täglich in den Messwertgrafiken abrufbar sind.

Maximumstemperatur vom Wendelstein in der Messwertkarte von kachelmannwetter.de

Helle Leuchtende Nachtwolken in der letzten Nacht

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Leuchtende Nachtwolken über Brannenburg (Archivbild: Claudia Hinz)

Die Saison der Leuchtenden Nachtwolken hat in diesem Jahr bereits Ende Mai, also ungewöhnlich früh begonnen, allerdings versteckten sich diese eindrucksvolle Erscheinung im Wendelsteingebiet bisher unter dicken troposphärischen Gewölk. Aber letzte Nacht hat es endlich geklappt. Am fast klaren Himmel zeigten sich abends ungewöhnlich helle und hoch reichende Leuchtende Nachtwolken am Nordost- und Nordhimmel. Auf mehreren Alpenwebcams konnte man diese eindrucksvolle Erscheinung verfolgen.

Webcambilder (Auswahl): 1234567

Diese silbrig schimmernden feinstrukturierten Wolkenstrukturen entstehen Ende Mai bis Anfang August in der Mesopause in einer Höhe von circa 80-85 km. Sie sind in der nautischen Dämmerung bei Sonnentiefen zwischen 6 und 16° am Nordwest- bis Nordosthorizont zu sehen. Über Süddeutschland entspricht das einem Zeitfenster von etwa 22.15 bis 23.30 Uhr abends und 03.00 bis 04.30 Uhr am Morgen. In dieser Zeit werden die Wolken aufgrund ihrer großen Höhe noch direkt angeleuchtet, während tiefe Wolken längst im Schatten liegen.

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Leuchtende Nachtwolken in Brannenburg. (Archivbild: Claudia Hinz)

Damit sich in solchen Höhen bei der sehr geringen Wasserdampf-Konzentrationen überhaupt Eiswolken bilden können, bedarf es sehr tiefe Temperaturen unter minus 140°C. Aufgrund der interhemisphärischen Zirkulation treten diese Temperaturen in den nördlichen Breiten nur zwischen Juni und August auf. Zudem sorgen im Sommer höhere Winde dafür, dass die Eisteilchen über größere Entfernungen transportiert werden. Die Lebensdauer einzelner Eispartikel dürfte in der Größenordnung einiger Stunden liegen. bis sie z.B. durch Absinken und Südwärtsverlagerung wieder sublimieren. Deshalb verändern sich die feinen Strukturen der Leuchtenden Nachtwolken ziemlich stark.

Im Norden sind Leuchtende Nachtwolken in den Sommermonaten fast in jeder zweiten Nacht zu sehen, nach Süden hin nimmt die Häufigkeit jedoch stark ab und an den Alpen sind sie nur wenige Male sichtbar.

Bis Anfang August gibt es vielleicht noch Möglichkeiten, dieses herrliche Naturschauspiel in klaren Nächten zu verfolgen. Über die Warnliste des Arbeitskreises Meteore e.V. kann man sich über ein Auftreten informieren lassen, ebenso wird im NLC-Forum über Beobachtungsmöglichkeiten diskutiert sowie Sichtungen präsentiert und ausgewertet.

Gewitter

Gewitter hinter Rosenheim. Foto: Claudia Hinz

In den letzten Tagen gab es immer mal wieder Gewitter. Das Bild zeigt ein Gewitter vom Wendelstein aus geblickt hinter Rosenheim. Der Inn ist gut erkennbar.

Eisheiliger Mamertus bringt Schnee

Wintereinbruch im Mai. Fotos: Claudia Hinz

In diesem Jahr haben die Eisheiligen pünktlich und sehr markant zugeschlagen und zwischen einem Hoch nördlich von Schottland und Tiefdruckgebieten über Skandinavien und dem westlichen Mittelmeer Polarluft nach Mitteleuropa gebracht. Von Muttertag bis heute Morgen sanken die Temperaturen verbreitet um mehr als 20°C. Zudem hat es in der letzten Nacht bis auf unter 1000 Meter herunter geschneit und ab etwa 1200 Meter Höhe hat sich eine Schneedecke ausgebildet. Auch der Wendelstein hat erneut sein Winterkleid angezogen. Dazu gab es Frost, auf den Gipfeln bis etwa -6°C, aber auch in einigen Tälern sank die Temperatur unter 0°C.

Um die Eisheiligen ranken sich einige der bekanntesten Bauernregeln wie „Mamertius, Pankratius, Servatius bringen oft Kälte und Verdruss“ oder „Die kalte Sophie macht alles hie“. Bis zu den Eisheiligen kann es Frost geben, lautet die Botschaft: Deshalb sollte davor nichts gepflanzt werden, was erfrieren kann.

Klimastatistisch gesehen sorgen tatsächlich in sieben von zehn Fällen (also etwa um 70%) um die Monatsmitte Kälteeinbrüche aus nördlichen Richtungen für letzte Nachtfröste, die nicht selten letzte Frostschäden an Pflanzen bringen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Singularitäten, also regelmäßig auftretenden charakteristischen Witterungstypen.

Ursprünglich handelte es sich bei den Eisheiligen übrigens um Gedenktage, die an Bischöfe und Märtyrer des 4. und 5. Jahrhunderts erinnern: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophie (15. Mai).

Wintereinbruch im Mai. Foto: Claudia Hinz

Frau Holle will es noch mal wissen

Maischnee am Wendelstein. Quelle: foto-webcam.eu

Gestern regnete es immer wieder. Auf dem Wendelstein gingen die Temperaturen am Nachmittag in den Minusbereich über und der Berg wurde nochmals weiß.

Das waren aber noch nicht die Eisheiligen, dafür ist es noch zu früh. Die Vorhersagemodelle sehen derzeit einen neuen Kälteeinbruch im Zeitraum der „echten“ Eisheiligen zwischen 11. und 15. Mai. Zuvor wird es aber richtig schön warm, am Donnerstag bis Samstag steigen die Temperaturen in den Tälern bis auf 25°C und auch die Gipfeltemperaturen versuchen sich im zweistelligen Bereich.