Hundstage

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Die Hundstage beginnen … Foto: Claudia Hinz

Bisher war der Sommer in den Alpen sehr wechselhaft. Das wird sich ab Dienstag nun ändern, denn dann stehen die Hundstage in den Startlöchern.

Als Hundstage werden im Volksmund die heißesten Tage im Sommer bezeichnet, die im Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August auftreten. Mit Schatten suchenden Vierbeinern haben die Hundstage aber nichts zu tun. Stattdessen geht die Bezeichnung bis auf das alte Ägypten im 2. Jahrtausend v. Chr. zurück und bezeichnete die Rückkehr des Sternbildes Großer Hund (Canis Major) an den Morgenhimmel. Zuerst erscheint Sirius als hellster Stern über dem Horizont, der den Kopf des Hundes markiert. Bis zur Sichtbarkeit des gesamten Sternbildes vergehen 31 Tage, woher sich deshalb die Bezeichnung „Tage vom großen Hund“ (Hundstage) ableitet.

Die Griechen erklärten den Zusammenhang zwischen der Wiederkehr des Sirius und den Tagen der (dort) größten Sommerhitze durch die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem „Feuer“ des Sirius. Arabische Astronomen bezeichneten die in flirrender Sommerhitze besonders häufig erscheinenden Fata Morganen gar als den „vom Himmel tropfenden Speichel des Hundssterns“.

Die Hundstage sind also keine Meteorologische Singularität, also Wetterereignisse, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit auftreten, sondern sie zählen zu den überlieferten Lostagen, die ein Ereignis markieren, welches nach altem Volksglauben Aussagen über die Wetterverhältnisse in bestimmten Wochen und Monate machen. Zudem hat sich inzwischen der Aufgang von Sirius fast um einen Monat nach hinten verschoben und der Große Hund wird in 10000 Jahren sogar zum Wintersternbild werden.

Trotz allem scheinen die Hundtage ab kommender Woche ihrer ursprünglichen Volksbedeutung gerecht werden zu wollen. Die nur selten so einigen Vorhersagemodelle berechnen den Aufbau eines Hochdruckgebietes quer über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis über das westliche Russland, so daß Tiefdruckgebiete keine Chance haben. Die Temperaturen gehen steil nach oben und in den Tälern werden 30°C und mehr erreicht. Auf dem Wendelstein werden die 20°C angepeilt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese sehr warme Schönwetterphase im August 2018 forstsetzt, ist sehr hoch. Allerdings wird im weiteren Verlauf auch die Gewitterwahrscheinlichkeit ansteigen.

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Traumsommerwetter in Sicht!

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Solch ein Wetter wird ab kommender Woche erwartet. Foto: Claudia Hinz

Der Süden Deutschlands hat ja vom Dauerhoch bisher wenig abbekommen und das Wetter gestaltete sich im Einflussbereich feuchter Mittelmeerluft eher wechselhaft. Auch am Wochenende gibt es nochmals Schauer und Gewitter bei kühlen Temperaturen. Aber kommende Woche nimmt der Sommer einen neuen Anlauf und bei Temperaturen um oder etwas über 30°C gibt es Sonne pur. Ein Ende dieser Schönwetterphase ist noch nicht in Sicht. Also nix, wie die Wanderschuhe geschnürt und auf in die Berge …

Kühe an der Ramboldplatte

Zum Thema Kühe am Berg: Anbei ein Foto von letzter Woche an der Rampoldplatte. Die Kühe waren sehr friedfertig. Wenn man einfach langsam vorbei geht und mit ihnen redet, wie schön sie sind, dann droht keine Gefahr. Dann sind sie sogar scharf darauf fotografiert zu werden, auch der graue Ochse im unteren Bild wollte mit drauf.

Kühe Rampoldplatte 5.7.2018

Text und Foto: Anton Aumüller

Tierische Begegnungen am Wendelstein

Wendelstein KuhFolgender Telefonanruf in der Zentrale der Wendelsteinbahn sorgte kürzlich für Belustigung: „Ich bin gerade auf dem Weg zur Mittelalm (Anmerkung: die Dame meinte natürlich die Mitteralm…) und da sind jetzt Kühe am Weg. Kann man da vorbeigehen oder fressen die einen…?“ Worüber zunächst herzlich gelacht wurde ist bei näherer Betrachtung vor allem für unerfahrene Wanderer angesichts einiger teils sogar tödlicher Kuhattacken keine ganz unberechtigte Frage. Hier einige Tipps, wie man sich als Wanderer bei Begegnung mit dem Fleckvieh verhalten sollte (Quelle: www.bergwelten.com):

  1. Kuhl bleiben, denn Kühe sind grundsätzlich keine aggressiven Tiere. Wo sie angreifen, dient ihr Verhalten der Verteidigung. Der Wanderer muss der Kuh also glaubhaft vermitteln können, keine Bedrohung für sie zu sein. Kühe sind aufgrund ihres eingeschränkten Blickfelds schreckhaft. Wer sich frühzeitig bemerkbar macht, verhindert ein unschönes Überraschungsmoment. Also: Hektik vermeiden, Ruhe bewahren – und locker-lässig an den Rindviechern vorbeiwandern.
  2. Gefahrenquelle Hund: Bei den allermeisten Übergriffen von Kühen auf Wanderer waren Hunde der auslösende Störfaktor. Wer mit seinem Hund am Berg unterwegs ist, sollte diesen unbedingt an die Leine nehmen, sobald sich einer Alm mit Kühen genähert wird.
  3. Jungtiere: Insbesondere um Jungtiere gilt es einen großen Bogen zu machen, denn Mutter-Kühe zögern nicht, wenn es darum geht, ihre Kälber zu schützen!
  4. Kein Streichelzoo: So verlockend es für manche auch sein mag – aufs Kühe-Streicheln sollte man verzichten. Man kann nie wissen, ob man an eine Kuschelkuh gerät oder nicht.

Foto: Claudia Hinz

 

Höhlen-Abenteuer am Wendelstein

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Am 21./22. Juli dreht sich am Wendelstein wieder ein ganzes Wochenende lang alles um das spannende Thema „Höhle“. Im Rahmen des Aktionsprogramms, welches die Wendelsteinbahn GmbH in Zusammenarbeit mit dem Verein für Höhlenkunde München e.V. und der Bergwacht bzw. Höhlenrettung durchführt, gewährt ein erfahrener Höhlenforscher Interessierten auch einen exklusiven Blick in die touristisch unerschlossenen Winkel der Wendelsteinhöhle (Foto: Peter Hofmann). Die Tour zur sog. Herzkammer ist recht anspruchsvoll und sicher nicht für jeden zu bewältigen.

Mehr Infos zum Höhlen-Erlebnis-Wochenende am Wendelstein: https://www.wendelsteinbahn.de/hoehlen-erlebnis-wochenende-am-wendelstein

Was ist eine Glorie?

Titel

Glorie über dem Wendelsteinkircherl

Derzeit gibt es am Wendelstein ein Mix aus Sonne und Wolken. Fällt der eigene Schatten auf eine vorbei ziehende Wolkenleinwand, kann man um diesen häufig eine farbige Glorie sehen. Denn fällt das Licht auf die winzgen Wassertröpfchen der Wolke, dann wird es unter komplizierten physikalischen Vorgängen gebeugt und zurückgestreut und es entstehen farbige Ringe um den Kopf des Schattens.

Im Flachland kann man Glorien nur in sehr seltenen Fällen bei flachen Bodennebelfeldern oder in aufsteigenden Nebeln im Wald beobachten. Auf einigen vorgelagerten Bergen der Alpen (wie zum Beispiel auf dem Wendelstein) sind Glorien dagegen häufig anzutreffen, da sich an der Nordseite die Wolken stauen und von Süden her die Sonne darauf fällt. Aber auch, wenn man im Flugzeug sitztend die Wolkendecke durchbricht, kann man auf dieser oft eine Glorie entdecken, vorausgesetzt, man sitzt auf der richtigen Seite, nämlich der Sonne gegenüber.

Häufig trifft man zusammen mit der Glorie zwei Begleiterscheinungen an. Der Schatten in der Mitte der Glorie ist das Brockengespenst. Dabei handelt es sich eigentlich um nichts anderes, als um den Schatten des Beobachters, der auf die Wolkendecke projiziert wird. Ist der Nebel allerdings sehr dicht (wie auf dem Brocken häufig der Fall), dann wird der Schatten um ein vielfaches vergrößert dargestellt. Und da Nebelschwaden häufig wallen oder sich die Dichte verändert, scheint sich auch das „Gespenst“ zu bewegen. Da es sich seinem „Schattenspender“ regelrecht an die Fersen heftet, ist der frühere Schrecken mancher argloser Wanderer sicher nachvollziehbar.

Manchmal wird die Glorie noch von einem weißen Bogen umrahmt. Das ist eigentlich ein Regenbogen, der durch Lichtbrechung an den Nebeltröpfchen entsteht. Allerdings sind die Wassertröpfchen im Nebel derart klein, dass sich die Farben überlagern und in ihrer Summe einen weißen Bogen ergeben, den so genannten Wolken- oder Nebelbogen.

Wolkenbogen und Glorie

Glorie mit Nebelbogen auf tiefer liegender Wolkenschicht

Um Glorien eindrucksvoll zu fotografieren, sollte man einen Polfilter verwenden, da das Licht dieser Farberscheinung sehr stark polarisiert. Auch eine manuelle Unterbelichtung ist empfehlenswert. Mit HDR-Bildern kann man zudem noch Wolkenstrukturen herausarbeiten, was Fotos mitunter besonders imposant macht. (ch)