Gewitter mit Hagel

Gestern Abend zog ein Gewitter mit Hagel vom Chiemgau über den Wendelstein nach Miesbach bis zum Walchensee. Laut Presseberichten hatten sie teilweise Durchmesser bis 8cm und zerschlugen Autoscheiben und Dachfenster. In Bayrischzell konnte Markus Ostertag sehr große Hagelkörner fotografieren, die sogar zeitweise die Landschaft an“zuckerten“.

Hagel an der Wendelstein-Seilbahn in Bayrischzell-Osterhofen. Fotos: Markus Ostertag

Im Alpenraum können Hagelkörner besonders groß werden. Hagel entsteht durch einen Wachstumskreislauf, bei dem feuchte Luftmassen unter Abkühlung aufsteigen, auf dem Weg nach oben an Kondensationskeimen (Staub) zu kleinen Eisklumpen frieren, nach unten fallen und im Aufwindkanal einer Gewitterwolke erneut nach oben gerissen werden, wo sie unter erneuter Feuchtezufuhr weiter wachsen. Erst wenn der Aufwind die Eisbrocken nicht mehr tragen kann, fallen sie auf die Erde. Hebungseffekte an Bergflanken begünstigen die Hagelbildung und die Aufwinde

Im Gegensatz zum Flachland, wo sich die Luft gleichmäßig erwärmt, gibt es in den Bergen zum Teil große horizontale Temperaturunterschiede. Da Hänge von der Sonne erwärmt werden, ist die Luft in der Nähe des Berges wärmer als die auf gleicher Höhe daneben. Diese Temperaturunterschiede sorgen für besonders große Hebungsprozesse und stärkere Aufwinde an Berghängen, so dass an der Wind zugewandten Seite von Bergrücken Hagel bevorzugt entstehen und besonders groß werden kann.

Fast wie eine Modell-Eisenbahn

… wirkt hier die Zuggarnitur aus neuer Lok und alten Personenwagen der Wendelsteinbahn. Auf dem Motiv fährt der „Nostalgie-Express“ über die sog. Hohe Mauer, eins der wohl eindrucksvollsten Bauten entlang der Zahnradbahn-Trasse auf den Wendelstein. Heutzutage sind Modell-Eisenbahnen leider aus der Mode gekommen. Ältere Brannenburger erinnern sich, dass man früher sämtliches H0 Zubehör im Spielwarenladen von Anton Aumüller erwerben konnte. Das waren noch (schöne) Zeiten 🙂

Foto: P. Hofmann

Nachgewittriges Abendrot

Abendstimmung in Aurach in Richtung Aurach Richtung Wendelstein. Foto: Gabriele Mayer

Über dem Alpenraum liegen nach wie vor feucht-schwüle Luftmassen, die immer wieder Schauer und Gewitter bringen. Gestern Abend zog ein Gewitter genau zum Sonnenuntergang ab und erzeugte eine phantastische Abendstimmung mit Mammatuswolken. Diese wurde von Gabriele Mayer in Aurach mit Blick zum Wendelstein (oben) und von Julia Posselt in Brannenburg (unten) in Bildern festgehalten.

Abendstimmung in Brannenburg. Fotos: Julia Posselt

Wüstenklima

Saharastaub-getrübter Blick von der Hochries zum Wendelstein. Quelle. foto-webcam.eu

Die letzten beiden Tage herrschte über Deutschland Wüstenklima. Neben einem Schwall Saharastaub gab es zudem sehr heiße Temperaturen. In Rosenheim und Kiefersfelden-Gach wurden 34°C gemessen, auf dem Wendelstein 27,4°C.

Das klingt jetzt erst einmal nicht sehr heiß, aber bis zur Schließung der Wetterwarte von 10 Jahren war der höchste gemessene Wert 26,2°C (27.07.1983). Dank einer privaten Messstation des Wendelstein-Observatoriums konnten auch danach Messwerte registriert werden. Seitdem wurde dieses Absolutmaximum viermal überboten und die heutigen 27,4°C ist die höchste jemals auf dem Wendelstein gemessene Temperatur!

Frühschoppen am Berg

Am Wochenende rechnen die Meteorologen mit extremer Sommerhitze. So mancher flüchtet sich da gerne auf die Berge, wo die Temperaturen deutlich angenehmer sind. Wie wäre es z.B. mit einem entspannten Frühschoppen auf der Bergterrasse am Wendelstein? (Sonnenschutzcreme nicht vergessen!) Wir wünschen ein schönes Wochenende!

Foto: Markus Ostertag

Leuchtende Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken über dem Chiemsee. Quelle. foto-webcam.eu

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gab es am Nordhimmel die ersten gut sichtbaren Leuchtenden Nachtwolken, die aufgrund des weiten Horizontblicks von Bergen aus besonders gut zu sehen sind.

Diese silbrig schimmernden feinstrukturierten Wolken, welche Ende Mai bis Anfang August in der Mesopause in einer Höhe von circa 83km entstehen. Sie sind normalerweise in der nautischen Dämmerung bei Sonnentiefen zwischen 6 und 16° am Nordwest- bis Nordosthorizont zu sehen. Aufgrund ihrer großen Höhe werden sie noch direkt angeleuchtet, während tiefe Wolken längst im Schatten liegen.

Damit sich in solchen Höhen bei der sehr geringen Wasserdampf-Konzentrationen überhaupt Eiswolken bilden können, bedarf es sehr tiefe Temperaturen unter minus 140°C. Aufgrund der interhemisphärischen Zirkulation treten diese Temperaturen in den nördlichen Breiten nur zwischen Juni und August auf. Zudem sorgen im Sommer höhere Winde dafür, dass die Eisteilchen über größere Entfernungen transportiert werden. Die Lebensdauer einzelner Eispartikel dürfte in der Größenordnung einiger Stunden liegen. bis sie z.B. durch Absinken und Südwärtsverlagerung wieder sublimieren. Deshalb verändern sich die feinen Strukturen der Leuchtenden Nachtwolken ziemlich stark.

Im Norden sind Leuchtende Nachtwolken in den Sommermonaten fast in jeder zweiten Nacht zu sehen, nach Süden hin nimmt die Häufigkeit stark ab. Allerdings ist in den letzten Jahren eine Zunahme der Häufigkeit als auch einer Ausdehnung nach Süden zu beobachten, so dass sie selbst im Alpenraum in bis zu 10 Nächten beobachtbar waren.

Über die Warnliste des Arbeitskreises Meteore e.V. kann man sich über ein Auftreten informieren lassen, ebenso wird im NLC-Forum über Beobachtungsmöglichkeiten diskutiert sowie Sichtungen präsentiert und ausgewertet.

Supermond

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wendelstein-ost/2022/06/14/2200

Hinter dem Wilden Kaiser ging gestern der Vollmond auf. Leider war der sog. Supermond teils von Schleierwolken verdeckt. Als Supermond wird er bezeichnet, weil er sich aktuell im bzw. nahe beim erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn um die Erde befindet. Dadurch wirkt er heller und größer als üblich. Der Unterschied vom erdfernsten zum erdnächsten Mond entspricht etwa dem Verhältnis eines 1€ zu einem 2€-Stücks. Und so eindrucksvoll sah das von Bad Endorf aus:

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/bad-endorf/2022/06/15/0510

Höhlenforscher im Einsatz

Der Höhlenaktionstag am 6.6.22 kam gut an bei den Wendelstein-Besuchern. Mitglieder des Höhlenvereins München führten abwechselnd durchs Innere des Berges, Kinder lösten eifrig das Höhlenquiz, das speziell ausgebildete Höhlenretter-Team der Bergwacht simulierte einen Rettungseinsatz mit Patiententransport und in der Höhle wurde zu Demonstrationszwecken ein Notbiwak gezeigt. Hier ein paar Impressionen vom Aktionstag, festgehalten von Peter Hofmann und Claudia Steimle.

Wendelstein-Wild

Wild-Familie mit Nachwuchs beim Frühstück im Wendelsteingebiet, fotografiert aus der Seilbahn-Kabine heraus von Markus Ostertag. Herzlichen Dank für den netten Beitrag zum Wendelstein-Blog 🙂