Morgenregenbogen

Morgendliches Regenbogenfragment auf dem Wendelstein. Quelle: foto-webcam.eu

Bevor heute Morgen ein neues Regengebiet zu uns zog, ging am Osthimmel die Sonne auf und beleuchtete die aus dem Westen kommende Regenwand. Durch Brechung und Reflexion an den Wassertröpfchen entstand auf dem Wendelstein für kurze Zeit ein leuchtendes rot-gelbes Regenbogenfragment, wie die Wendelstein-Webcam-West zeigt. Die restlichen Farben wurden durch den langen Lichtweg des flach in unsere Erdatmosphäre einstrahlenden Sonnenlichts herausgestreut.

Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es ein Stück des unteren Teil des Regenbogens ist. Physikalisch ist die Bezeichnung „Bogen“ nicht ganz richtig, denn eigentlich ist der Regenbogen ein kompletter Kreis. Im Flachland ist von diesem bei horizontnaher Sonne maximal die obere Hälfte zu sehen. Vom Berg aus gesehen kann das Licht auch unterhalb des Beobachters auf Wassertröpfchen fallen, so dass sich der Regenbogen nach unten hin fortsetzen kann. Vom Flugzeug aus kann man manchmal sogar den kompletten Regenbogenkreis sehen, wie in diesen Fotos.

Auch die anderen Kameras am und mit Blick auf den Wendelstein zeigten übrigens schöne Morgenstimmungen.

Quelle: foto-webcam.eu

Frauen-Power in der Wendelsteinhöhle

Vergangenen Samstag staunte Höhlenführer Peter Hofmann nicht schlecht: „Seit 15 Jahren führe ich Gruppen durch die Wendelsteinhöhle, aber eine reine Frauengruppe – das war Premiere!“ Die sieben sportlich-abenteuerlustigen Damen nahmen an der für heuer letzten Spezialtour „Wendelstein inside“ teil, welche auf touristisch nicht erschlossenen Passagen zur sog. Herzkammer des Wendelsteins führt. Eine Führung im Schauhöhlenteil der Wendelsteinhöhle findet noch am kommenden Samstag, 1. Oktober statt. In den Wintermonaten ist die Höhle am Wendelstein aus Naturschutzgründen und wegen Schnee und Eis geschlossen. Infos unter https://www.wendelsteinbahn.de/hoehlenfuehrung-am-wendelstein

Trauriges Jubiläum – 10 Jahre Schließung der Wetterwarte Wendelstein

Die Wetterstation im Winter

Der 21.09.2012 war für mich ein schwerer Tag, als um 15.30 die 129-jährige Wetterbeobachtung am Wendelstein endete. Nicht nur persönlich, weil ich meinen liebgewordenen Arbeitsplatz und mein Zuhause im Inntal verlassen musste. Ich durfte von 1999 bis zuletzt auf dem Wendelstein arbeiten und es war ein Arbeitsplatz, auf dem man nicht nur nach Vorschrift Dienst machte, sondern seine Seele einbrachte (und ein Stückchen auch zurück ließ). Auch die Beendigung der langen Messreihe ließ mir das Herz bluten.

Meine Vorfahren hatten noch unter ganz anderen Bedingungen gearbeitet und mit viel persönlichen Einsatz diese lange Datenreihe geschaffen, mit denen die klimatologischen Bedingungen auf fast 2000 Metern sichtbar gemacht und der Klimawandel in den Alpen dokumentiert wurde.

Auf dem Wendelstein fand das Wetter nicht am Himmel statt, sondern oftmals in Augenhöhe. Man war also mittendrin, sozusagen als Teil des Wetters. Ich liebte es, wenn die zahlreichen Föhnstürme für unglaubliche Stimmungen sorgten, Irisierende Wolken vorbeischwebten, sich im Tal Regenbögen zeigten oder das Glorien-umringte Brockengespenst im letzten Abendlicht den Berg erklomm.

Wegen seiner exponierten Lage wurden auf dem Wendelstein immer wieder sehr hohe Windgeschwindigkeiten gemessen, zum Beispiel während Föhnwetterlagen oder beim Durchzug atlantischer Sturmtiefs. Bei Weststurm kommt noch ein besonderer Effekt hinzu – vor einer aufziehenden Front werden die Winde am Nordrand der Alpenbarriere durch eine Art Düsenwirkung zusätzlich verstärkt. Beim Orkan KYRILL im Januar 2007 wurden in einer Windböe 201,7 km/h erreicht, beim Orkan LOTHAR am 26. Dezember 1999 waren es 259 km/h und unter Sturm VIVIAN am 27.02.1990 sogar 265km/h.

Die Messdaten waren zudem nicht nur für die Wettervorhersage wichtig, sondern vor allem auch für die Bestimmung der Schneefallgrenze, der Höhe der Wolkenobergrenze und für die Föhnvorhersage, da die Düsenwirkung des Inntals für besonders heftigen Föhn sorgt. Wie zum Beispiel der Föhnsturm vom 14. bis 17. November 2002, der nicht nur für starke Zerstörungen im Tal, sondern für mich zu einer besonders intensiven und unvergesslichen Zeit am Wendelstein führte, da eine Ablösung nicht möglich war.

Der letzte Tag am Wendelstein verabschiedete sich mit einem apokalyptisch anmutenden Abendrot, so, als würde dem Berg das Herz genau so bluten, wie mir … (Claudia Hinz)

Apokalyptischer Abschied

Weitere Artikel zum Thema:

Schnee

Am vergangenen Wochenende hat der Winter mit Schnee und Sturm einen ersten Gruß geschickt. Vielen Dank, an Höhlenführer Werner Zagler, der am Samstag am Wendelstein im Einsatz war und an Helmut Unbehauen von der Wendelstein-Zahnradbahn für die aktuellen Impressionen.

Wendelstein von Feilnbach

Foto: G. Mayer

Die letzten Tage waren recht verregnet. Die Wiesen und Bäume in Bad Feilnbach am Fuße des Wendelsteins zeigen sattes Grün mit einem Hauch von Herbst. Geknipst beim Spaziergang am Freitagabend am „Biberweg“ beim Klärwerk in Bad Feilnbach. Vielen Dank an Gabriele Mayer für ihren Beitrag zum Wendelsteinblog.

Höhlenforscher begleitet durch die Wendelsteinhöhle

Werner Zagler ist Höhlenforscher. Darüber hinaus auch ausgebildeter Höhlenretter und hat schon des Öfteren neue Höhlen (-bereiche) entdeckt und erst begangen, u.a. auch in der Wendelsteinhöhle. Mit ihm können sich Interessierte am Samstag, 17. September 2022 wieder auf eine Entdeckungsreise in die Dunkelheit begeben und erfahren neben Wissenswertem zur Wendelsteinhöhle auch so einiges über die Abenteuer eines Höhlenforschers. Info und Anmeldung unter: https://www.wendelsteinbahn.de/hoehlenfuehrung-am-wendelstein

Foto: G. Keim. Das Archivbild entstand im April 2021 bei einer Fledermauszählung in der Wendelsteinhöhle.

Webcambilder August

Der meteorologisch letzte Sommermonat war erneut um 3°C zu warm und die Sonne machte 35% Überstunden. Die Niederschlagbilanz war sehr unterschiedlich, während im Inntal teilweise nur die Hälfte des Monatssolls fiel, wurde es im Chiemgau teilweise überschritten. Immerhin gab es mehr Wolken und damit wieder reichlich Morgen- und Abendrots, welche die Webcams im Bild festhielten. Auch der Mond bot während der Vollmondphase sehenswerte Stimmungen. In den letzten Augusttagen herbstelte es zudem. Gewitter gab es dagegen nur noch wenige. Nachfolgend unsere Auswahl der schönsten Webcambilder des Monats.

Quelle: foto-webcam.eu

Es herbstelt

Quelle: foto-webcam.eu

Kurz vor dem meteorologischen Herbstanfang am 1. September scheint sich auch die Natur auf Herbst umzustellen. Die Tage werden nun rasant kürzer und auch, wenn es tagsüber noch zu Sommertagen (≥ 25,0°C) kommen kann, kühlt es nachts empfindlich aus und mit den länger werdenden Nächten nimmt die Bildung von Dunst, Nebel oder Hochnebel zu. Gestern Abend und heute Morgen zeigte sich eine solche Herbststimmung auch auf den Webcams.

Quelle: foto-webcam.eu