Frühjahrstour

Das für diese Jahreszeit ungewöhnlich milde Wetter lud in den letzten Tagen bereits zu Bergwanderungen ein. Teresa Funk aus Oberaudorf zog es dabei ins Wendelsteingebiet, wie die folgenden schönen Aufnahmen zeigen. Aber Obacht, wer ungeübt und nicht so trittsicher ist, sollte derzeit angesichts der nach wie vor winterlichen Verhältnisse unbedingt ein weniger hochalpines Terrain wählen! Zum Wochenende erhält der Wendelstein laut Wettervorhersage wohl auch wieder eine leichte Schneedecke.

Februarfrühling

Saharastaubiger Blick vom Breitenstein zum Wendelstein. Foto: Michael Schmuck

Es ist, als wöllte uns Petrus für das Daheimbleiben etwas entschädigen und packt alles, was geht, in einen Monat: Winterurlaub, Frühlingsgefühle, Frühsommertemperaturen, Wüstensand und Sonnenuntergänge wie am sandigsten Sandstrand…

Es wurden zwar keine Rekorden geknackt, aber bei Gipfeltemperaturen bis 11°C auf dem Wendelstein und 20°C in den Tälern konnte man es die letzten 5 Tage sehr gut aushalten. In den Tälern konnte man den Winterlingen, Schneeglöckchen und den Krokussen fast beim Wachsen zusehen und auch die ersten Schmetterlinge und Bienchen wurden erspäht.

Nachfolgend Fotos von Michael Schmuck aus Feldkirchen-Westerham, welche die Sichtminderung durch den Saharastaub in Richtung Alpen zeigen, aber auch die herrlichen Frühlingsboten. Vielen Dank dafür!

Lufttrübung durch Saharastaub

Staubiger Sonnenuntergang mit Blick über den Chiemsee zum Wendelstein. Quelle: Webcam Chiemsee- Übersee

Dieser Februar ist wirklich außergewöhnlich. Da ist nicht nur die starke Temperaturschwankung von fast 30°C auf dem Wendelstein (von -18,8°C am 13.02. auf 10,6°C am 21.02.), sondern heute hat uns der zweite intensive Gruß aus der Sahara erreicht. Der Saharastaub hat nicht nur zu starken Sichtrückgängen geführt, sondern auch zu rötlich-trüben Sonnenauf- und Untergängen.

Der Staub wird in der Sahara durch lokale, kräftige Winde aufgewirbelt und kann dann in höheren Luftschichten über große Entfernungen verfrachtet werden. Diesmal gelangte er durch eine südliche Höhenströmung über Mitteleuropa sogar bis nach Skandinavien.

Verbreitung des Saharastaubs über Europa. Quelle: ZAMG

Deutschland-Rekord

Im vergangenen Jahr gelang Slackliner Lukas Irmler ein Deutschland-Rekord am Wendelstein. Wie spannend sein Unterfangen tatsächlich war kann man sich am kommenden Montag, 22.2.21 um 21.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen in der Sendung „Heimat der Rekorde“ anschauen oder vorab in der Mediathek des BR.

Extremsportler Lukas Irmler vor der längsten Highline Deutschlands. Copyright BR/SOUTH&BROWSE GmbH

Die kältesten Nächte seit 2012

Eisblumen am Fenster zur Wendelstein-Seilbahn (Archivbild: Claudia Hinz)

In der letzten Woche wurden mit einer nördlichen Strömung arktische Luftmassen heran geführt. Nach Schneefällen ist es am Donnerstag aufgeklart und aufgrund der kalten Schneedecke sind die Temperaturen in den Keller gegangen.

Auf dem Wendelstein ist die Temperatur in der Nacht zu Freitag auf -17,1°C gesunken, in der Nacht zum Samstag sogar auf -18,8°C. Ähnlich kalt war es zuletzt im Februar 2012 mit einem nächtlichen Minimum von -22,9°C. Der absolute Tiefstwert stammt aber aus dem Jahre 1956, damals sank das Thermometer am Morgen des 8.02. auf -29,1°C.

Nun kommen wir aber ins andere Extrem und nach den Vorhersagemodellen sind am kommenden Wochenende auf dem Wendelstein zweistellige Plusgrade zu erwarten. Ob wir in die Nähe des bisherigen Temperaturrekord von 14,3°C vom 29.02.1960 kommen, bleibt abzuwarten …

Gruß aus der Sahara

Saharastaub in Richtung Wendelstein, aufgenommen zwischen Grafing und Rott.
Fotos: Rainer Timm

Sicher sind dem einen oder anderem heute die seltsamen gelblichen Farben aufgefallen. Diese kommen von Saharastaub, der durch eine straffe Südströmung aus Nordwestafrika in etwa 5km Höhe nach Süddeutschland getragen wurde. An den Sandkörnern kondensiert Wasserdampf, so dass sich (unvorhergesagte) Wolken bilden konnten und es zudem außerordentlich (gelblich) trüb ist.

Die höchste Saharastaubkonzentration gibt es derzeit in Südwestdeutschland und der Schweiz, da sieht es aus wie auf dem Mars (123).

Aber auch sonst wird der heutige Tag als einer der ungewöhnlichsten Wettertage in die Annalen eingehen. Denn im Norden formiert sich eine starke Luftmassengrenze mit großen Temperaturunterschieden auf engsten Raum. Dort, wo die Luftmassen aufeinanderprallen, kann sich kräftiger Niederschlag bilden. Vorhergesagt sind bis 50cm … im Flachland!!!