Wendelsteingedichte von Claudia Hinz

wlWendelsteinlied

Bin so gerne auf dem Wendelstein,
dort wo Enzian erblüht,
wo die Sonne fern den Horizont berührt,
ein Feuer schürt, verglüht.

Bin so gerne auf dem Wendelstein,
wo der Blick in’s Tal so weit,
wo man deutlich oft den Alpenhauptkamm sieht
der auch im Sommer ist verschneit.

Bin so gerne auf dem Wendelstein,
oben, wo das Kircherl steht.
Dort ist jedermann ganz nah am Himmelszelt,
umarmt die Welt, versteht.

Bin so gerne auf dem Wendelstein,
Höhlen tief in’s Inn’re führn,
Dort erlebt man wie der Berg entstanden ist,
und kann tief seine Kräfte spür’n.

Bin so gerne auf dem Wendelstein,
droben an sei’m Gipfelkreuz
wo die Dohlen Wanderern gesellig sind,
und jedes Kind erfreut’s.

Bin so gerne auf dem Wendelstein,
der im Winter tief verschneit
dann, wenn Gemsenspuren tief in Schnee gegraben sind
beginnt für uns die stille Zeit.


Hundert Jahre Zahnradbahn
(19.05.2012)

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Hundert Jahre Zahnradbahn
Hundert Jahr gehts scho bergan.
Otto Steinbeiß hat’s erdacht
und dies Wunderwerk vollbracht,
in nur zwei mühsamen Jahren
harter Arbeit und Gefahren,
großer Sorgfalt und viel Fleiß,
mit Enthusiasmus, Kraft und Schweiß.

Hundert Jahre Zahnradbahn
Hundert Jahr gehts scho bergan.
Und zu diesem runden Feste
wünsch ich Euch das allerbeste.
Volle Züge, gute Kasse,
immer schadenfreie Trasse
möget ihr noch ewig fahren,
selbst in 150 Jahren!

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Auf meinem Berg

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Still liegt mir die Welt zu Füßen,
lauer Wind zerzaust mein Haar,
Gipfel in der Ferne grüßen,
fühl mich frei und wunderbar

Wenn die Berge dann erglühen,
tief im roten Abendschein,
wird mein inn’res Glück erblühen
und wäscht jeden Trübsinn rein

Wie ein Paradies auf Erden,
wie ein Platz im Himmelreich:
Um mich weiden Schäfchenherden,
ihre Wolle – seidenweich

Stürme singen ihre Lieder,
pfeifend stimme ich mit ein.
Oh mein Berg, Du hast mich wieder,
bin so glücklich, hier zu sein.


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Alpenrose 

Lieb Alpenrose, Almenrausch
schau so gern zu Dir hin,
wenn ich am Berg dem Winde lausch
und in Gedanken bin.

Empor gekämpft in Schotterstein,
das Haupt zum Licht gewand.
Steht königlich am Wegesrain,
regiert das Alpenland.

Als rotes Herz am grünen Hang,
zu Füßen liegt die Welt,
sie manchen Bergespfad entlang
den Wanderer erhellt.

Lieb Alpenrose, Almenrausch
Schau so gern zu Dir hin,
wenn ich am Berg dem Winde lausch
und in Gedanken bin.


Auf dem Gipfel

Begraben unter Wolkenmeeren
zieht sich die Welt behänd zurück
und in mir keimt ein neues Glück.
Mein Herz ist frei, muss nichts entbehren.

In Schäfchenwolken eingebettet
die Sonne freudestrahlend lacht
leckt an der weißen Winterpracht.
Kein Schatten, der den Schnee errettet.

Gestalten auf den Nebeldecken,
sie wallen sanft im gleißend Licht.
Die klare Luft bringt weite Sicht,
Böen die Lebensgeister wecken.

Ein Knirschen tönt in meinen Ohren,
ein brauner Fleck auf weißem Grund,
die Gams zu später Tagesstund,
steht auf dem Fels, wie traumverloren.

Die Dohle schwebt in lauen Winden
und fliegt hinab in’s Nebeltal,
dort wo der Menschen Seelenqual
und grauer Alltag sich befinden.


Liebeserklärung an meinen Berg

Wenn ich Deinen Atem spüre,
wenn Du Dein Geheimnis teilst,
öffnest, Deiner Seele Türe,
und Du meinen Trübsinn heilst,
wenn ich fühl, ich bin zu Hause,
wenn ich nah am Himmel bin,
hat der Alltag Sendepause,
und mein Leben einen Sinn.


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