Webcambilder des Monats September

Der September fiel ziemlich monatstypisch aus. Es gab letzte Gewitter, Talnebel, tolle Fernsichten, farbige Abendstimmungen und erste Schneefälle. Die Webcams auf und um den Wendelstein hielten den Monat über zahlreiche herrliche Momente fest, nachfolgend unsere Auswahl der schönsten Fotos.

Quelle: foto-webcam.eu

Winterkleid

Der Wendelstein hat heute morgen erneut sein Winterkleid angezogen. Und diesmal könnte der Schnee sogar einige Tage liegen bleiben, denn die Temperatur steigt auch in den kommenden Tagen nur knapp über 0°C und es gibt reichlich Niederschläge. Ob es aber wirklich schon „einwintert“, bleibt abzuwarten. Das wäre zwar früh, aber für den Wendelstein nicht ungewöhnlich. In der leider 2012 geendeten Wetterstatistik kam es etwa alle 5-10 Jahre vor, dass es Mitte Oktober eingewintert hat, das letzte Mal 2007.

Quelle: Webcam Wendelstein Südost / foto-webcam.eu

Halos am Wendelstein

Regenbögen kennt sicher jeder, aber Halos sind weitgehend unbekannt, obwohl sie recht häufig auftreten. Im Gegensatz zum Regenbogen entstehen sie nicht an Wassertröpfchen, sondern durch Lichtbrechung an den Eiskristallen hoher Cirruswolken in einer Höhe von 8 bis 12 km. Je nach Kristallart (z.B. Plättchen oder Säulchen) und ihrer Ausrichtung in der Luft sind verschiedene Lichtwege möglich, welche unterschiedliche Haloarten verursachen. Derzeit sind etwa 50 verschiedene Halos bekannt, die hier beschrieben sind. Sind 5 verschiedene Haloarten gleichzeitig zu sehen, spricht man von einem Halophänomen.

Solch ein Halophänomen war am Freitag auf dem Wendelstein zu sehen. Als Vorboten einer Kaltfront zogen Cirren auf, in welchen sich vor allem helle und farbige Nebensonnen links und rechts der Sonne zeigten. Aber auch der 22°-Ring, der obere Berührungsbogen und die beiden selteneren Haloarten Horizontalkreis und Parrybogen zeigten sich beim Aufstieg zum Gipfel.

Fotos: Claudia Hinz

Der erste Schnee

Nach dem herrlichen Spätsommer hat das Wetter nun umgeschlagen. Schuld ist ein Tiefdruck-Trio, bestehend aus dem Skandinavientief VALENTINA, dem Ostseetief WICCA und dem Mittelmeertief XYLA. Nordische Kaltluft prallt auf feuchtwarme Luftmassen aus dem Mittelmeer, was vor allem in den Alpen zu ergiebigen Niederschlägen führt. Diese gehen in der kommenden Nacht bis auf etwa 1000 Meter Höhe in Schnee über. Auf dem Wendelstein ist es bereits heute weiß geworden und die gestern noch blühenden Enziane sind heute bei Temperaturen um -3°C tiefgefroren.

Aber es ist nur ein Testlauf des Winters. Bereits zum Wochenanfang gehen die Temperaturen wieder in den positiven Bereich und zur Wochenmitte könnte der Altweibersommer nochmals vorbeischauen. Solch ein Auf- und Ab der Temperaturen ist typisch für den Herbst und es bleibt spannend, wann es auf dem Wendelstein dauerhaft einwintert.

Fotos: Claudia Hinz

Winterschlafzeit für die Wendelstein-Mankerln

Gäääähn … so langsam ist für uns Winterschlafzeit.

Wir sind die Familie Mankerl und haben am Wendelstein einen wunderschönen Sommer verbracht. Wir haben mehrere Junge aufgezogen, uns bis in die herrlichen Spätsommertage an Gräsern und Kräutern fett gefressen und uns in der Sonne geaalt. Mit einem Körpergewicht von 5-6kg von uns Erwachsenen und bis 1,5kg bei den Jungen haben wir uns zuletzt kaum noch bewegt, selbst dann nicht, wenn Zweibeiner mit komischen Apparaten in der Hand an uns vorbeiliefen. Denn im Laufe des Jahres haben wir gelernt, dass sie größtenteils friedlich sind und sich einfach nur an unserem Anblick erfreuen. Einmal auf die Hinterbeine gestellt – und schon sind sie glücklich.

Doch nun wird es langsam für uns Zeit, den Winterschlaf anzutreten, denn am Wochenende soll hier in den Bergen der erste Schnee kommen. Unseren Winterbau haben wir in jahrzehntelanger Arbeit bis zu 7 Meter tief gegraben und die Kammern mit reichlich Heu ausgestattet. Da wir während unseres bis April andauernden Winterschlafs völlig wehrlos sind, werden alle Eingänge von innen mit Zapfen, Erde, Gras, Steinen und Kot verstopft. Dann verfallen wir aneinander gekuschelt in eine Kältestarre, bei der alle Lebensfunktionen auf ein Minimum reduziert werden. Dabei fällt die Körpertemperatur bis auf 3°C ab und das Herz schlägt nur noch 15 Mal pro Minute. Wenn wir dann im April aus unseren Bauen kriechen, haben wir bis zu 50% unseres Körpergewichts verloren.

Dann Servus bis zum nächsten Frühjahr!

Fotos: Claudia und Wolfgang Hinz