Webcambilder der Woche

Das wechselhafte Wetter brachte wieder schöne Stimmungen hervor, welche die Webcams auf und rund um den Wendelstein festgehalten haben. Besonders das Abendrot am 22.08. war intensiv und sehr eindrucksvoll und wurde von zahlreichen Kameras festgehalten.

Quelle: foto-webcam.eu

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Webcambilder der Woche

Auch in dieser Woche hielten die Webcams am und mit Blick zum Wendelstein wieder wunderschöne Momente fest. Neben Gewitterstimmungen sind auch eine Sternschnuppe und der über dem Wendelstein stehende Mars dabei.

 

Quelle: foto-webcam.eu

Cumulonimbus – die Gewitterwolke

Kürzlich erreichte uns die Frage, ob es sich auf diesem Webcambild von Irschenberg in Richtung Wendelstein um eine Ambosswolke handelt. Ja, man sieht auf dem Bild sehr gut den Eisschirm in Ambossform, der charakteristisch für eine Gewitterwolke ist.

Gewitterwolken entwickeln sich aus Quellwolken (Cumulus), die bei Sonneneinstrahlung und hoher Luftfeuchte durch Verdunstung entstehen. Bei einer labilen Schichtung quellen sie immer weiter in die Höhe und die oberen Wolkenteile sehen oft aus wie ein riesiger Blumenkohl. Wächst ein Cumulus bis in das hohe Wolkenstockwerk auf 6.000 Meter Höhe hinauf, so beginnt der obere Teil der Wolke langsam zu vereisen. Das erkennt man daran, dass die erst scharfen Ränder allmählich diffus werden. Ab diesem Zeitpunkt ist die zum Cumulonimbus calvus herangewachsene Wolke in der Lage, Niederschlag zu produzieren.

Das Wachstum geht solange weiter, bis der Cumulonimbus entweder eine Inversion oder gar das Ende der Troposphäre erreicht hat. Von da an breitet sich die Wolke immer mehr horizontal aus und der obere Teil nimmt die Form eines riesigen Ambosses an. Damit besteht die Wolke nur noch im unteren Teil aus Wasserdampf; im oberen Teil ist sie eine reine Eiswolke mit Temperaturen unter minus 25 Grad geworden. Ihre Ränder werden langsam immer faseriger. Fachgerecht ist die Wolke jetzt ein Cumulonimbus capillatus, bildet heftige Schauer und häufig auch Gewitter mit Sturmböen aus. In diesem Zeitraffer auf Youtube kann man die Entwickling wunderbar sehen.

Über die Intensität des Wetters unter einem Cumulonimbus entscheidet vor allem die vertikale Höhe einer solchen Wolke. Im Winter erreichen sie oft nur eine Höhe von 4.000 bis 5.000 Meter und bringen meist nur Schauer oder kurze Gewitter. Im Sommer liegt die Nullgradgrenze höher und die Sonneneinstrahlung sorgt bei labiler Luftschichtung für einen starken Auftrieb, so daß die Cumulonimben manchmal bis zum Ende der Troposphäre in etwa 10.000 Metern hochwachsen können und dann schwere Sommergewitter oder gar Unwetter bringen.

Nachdem die Wolke ihren Höhepunkt überschritten hat, lassen Schauer und Gewitter langsam nach und der Cumulonimbus löst sich von unten nach oben hin allmählich auf (nachlassender vertikaler Antrieb). Der Amboss wird durch die Höhenwinde ausgeweht und nimmt immer mehr das faserige Aussehen von Cirrus an. Letztendlich bleibt nur noch der Eisschirm übrig, der noch lange erhalten bleiben kann, bis er schließlich immer dünner wird und sich auflöst.

Nachfolgend das Leben und Sterben eines Cumulonimbus in Bildern.

Laue Nächte der Sternschnuppen

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Perseid am Abend des 06.08.2018. Foto: Wolfgang Hinz

Vom 17. Juli – 28. August kreuzt die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Die Kometentrümmer treten in die Erdatmosphäre ein und erzeugen beim Verglühen wunderschöne Sternschnuppen. Das Maximum wird in der Nacht vom Sonntag, 12. August auf den Montag, 13. August 2018 erreicht. Sollte das Wetter mitspielen, gibt es nur zwei Tage nach Neumond die perfekten Lichtbedingungen, um auch schwächere Sternschnuppen sehen zu können. Doch auch in den Nächten davor und danach werden Hunderte der meist millimeterkleinen Gesteinsbrocken mit 60 Kilometern pro Sekunde, das sind 216.000 Kilometer pro Stunde, in die Erdatmosphäre eintreten und in 80 bis 100 Kilometer Höhe durch die Reibungshitze verglühen.

Der Radiant, also der Punkt, aus dem die Sternschnuppen kommen, ist das Sternbild Perseus (siehe Karte). Es ist in Mitteleuropa zirkumpolar, das heißt es geht die gesamte Nacht über nicht unter. Somit sind die Perseiden auch schon zu Beginn der Nacht zu sehen. Allerdings können am Abendhimmel nur wenige Meteore beobachtet werden, denn der Beobachter befindet sich zu dieser Zeit auf der dem Partikelstrom abgewandten Seite der Erde und der Radiant liegt noch sehr flach über dem Horizont. Ab etwa Mitternacht steht er genügend hoch über dem Osthimmel. Die hellsten Meteore sind aber in Gegenrichtung zu beobachten, da dort die zu sehen sind, die in flachem Winkel in die oberen dünnen Atmosphärenschichten eintreten und dadurch sehr langsam verglühen.

Die heißesten Tage des Jahres

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Wanderm am kühlen Wendelstein mit Blick über Hochsalwand, Farrenpoint, Rosenheim, Inn und Simsee. Foto: Claudia Hinz

Die derzeitige Hitzewelle hat in den letzten beiden Tagen (hoffentlich) ihren Höhepunkt erreicht. Deutschlandweit wurde mit 39,5°C die höchste Temperatur an der automatischen Messstation des DWD in Bernburg/Saale-Strenzfeld in Sachsen-Anhalt gemessen.

In Bayern war Kitzingen in Mainfranken mit 39,0°C Spitzenreiter. Rund um den Wendelstein wurden 34°C gemessen (Rosenheim, Kufstein) und auf dem Gacher Blick am Wendelsteingipfel 24°C. Das ist noch weit von der bisher höchsten Temperatur von 26,2°C (27.07.1983) entfernt, aber Julitemperaturen von 24°C und mehr wurden in der ehemaligen Wetterwarte von 1952 bis 2012 gerade einmal an 14 Tagen registriert.

Ein Ende des nun schon seit April andauernden und im Norden ungewöhnlich trockenen Sommerwetters ist nicht in Sicht. Zwar sollen die Temperaturen ab dem Wochenende etwas erträglicher werden, aber  die Großwetterlage will und will nicht weichen. Obwohl das die erste richtige Hitzewelle in diesem Jahr war (siehe dazu auch diese Grafik des DWD), ist mit dem Juli der nun schon 4. deutlich zu warme und verbreitet viel zu trockener Monat zu Ende gegangen. Zumindest bei den Niederschlägen war aber der Alpenraum dank feuchter Mittelmeerluft, die immer wieder zu Gewittern führte, begünstigt (zumindest aus Sicht der Pflanzen betrachtet).

Derartig stabile Wettersysteme gibt es sehr selten, können aber in Extremfällen bis zu einem Jahr anhalten. Kommt diese Wetterlage im Winter vor, so kann es zu extremer Kälte kommen. Ein sehr kaltes Beispiel ist zum Beispiel der Winter 1708/09. Selbst Länder mit in der Regel milden Wintern wie Portugal oder Italien waren betroffen und der Gardasee fror komplett zu. Auch in Portugal gefroren die Flüsse und Palmen versanken im Schnee. Missernten und nachfolgende Hungersnot sollen (je nach Quelle) bis zu 1 Million Todesopfer gefordert haben.

Eine heiße Variante einer solchen Großwetterlage war zum Beispiel 1540, als es 11 Monate kaum Regen, dafür aber Extremhitze gab. Brunnen und Quellen versiegten und es gab kaum noch Trinkwasser. Der Pegel des Bodensees sank so weit ab, dass die Insel Lindau im Sommer 1540 mit dem Festland verbunden war. Neben einer verdorrten Ernte mit unbezahlbaren Preisen für Mehl und Brot gab es zahlreiche Brände, die nicht nur riesige Wälder zerstörten, sondern sich auch in den mit Fachwerkhäuschen eng bebauten Städten rasant ausbreiteten. Die Zahl der Opfer, welches diese Jahrtausenddürre forderte, lässt sich nicht abschätzen.

Hoffen wir, dass die Wetterlage in diesem Jahr nicht ganz so lange anhält, denn die Natur ist schon jetzt verbreitet im Dauerstress und eine Änderung ist nicht in Sicht …