Die heißesten Tage des Jahres

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Wanderm am kühlen Wendelstein mit Blick über Hochsalwand, Farrenpoint, Rosenheim, Inn und Simsee. Foto: Claudia Hinz

Die derzeitige Hitzewelle hat in den letzten beiden Tagen (hoffentlich) ihren Höhepunkt erreicht. Deutschlandweit wurde mit 39,5°C die höchste Temperatur an der automatischen Messstation des DWD in Bernburg/Saale-Strenzfeld in Sachsen-Anhalt gemessen.

In Bayern war Kitzingen in Mainfranken mit 39,0°C Spitzenreiter. Rund um den Wendelstein wurden 34°C gemessen (Rosenheim, Kufstein) und auf dem Gacher Blick am Wendelsteingipfel 24°C. Das ist noch weit von der bisher höchsten Temperatur von 26,2°C (27.07.1983) entfernt, aber Julitemperaturen von 24°C und mehr wurden in der ehemaligen Wetterwarte von 1952 bis 2012 gerade einmal an 14 Tagen registriert.

Ein Ende des nun schon seit April andauernden und im Norden ungewöhnlich trockenen Sommerwetters ist nicht in Sicht. Zwar sollen die Temperaturen ab dem Wochenende etwas erträglicher werden, aber  die Großwetterlage will und will nicht weichen. Obwohl das die erste richtige Hitzewelle in diesem Jahr war (siehe dazu auch diese Grafik des DWD), ist mit dem Juli der nun schon 4. deutlich zu warme und verbreitet viel zu trockener Monat zu Ende gegangen. Zumindest bei den Niederschlägen war aber der Alpenraum dank feuchter Mittelmeerluft, die immer wieder zu Gewittern führte, begünstigt (zumindest aus Sicht der Pflanzen betrachtet).

Derartig stabile Wettersysteme gibt es sehr selten, können aber in Extremfällen bis zu einem Jahr anhalten. Kommt diese Wetterlage im Winter vor, so kann es zu extremer Kälte kommen. Ein sehr kaltes Beispiel ist zum Beispiel der Winter 1708/09. Selbst Länder mit in der Regel milden Wintern wie Portugal oder Italien waren betroffen und der Gardasee fror komplett zu. Auch in Portugal gefroren die Flüsse und Palmen versanken im Schnee. Missernten und nachfolgende Hungersnot sollen (je nach Quelle) bis zu 1 Million Todesopfer gefordert haben.

Eine heiße Variante einer solchen Großwetterlage war zum Beispiel 1540, als es 11 Monate kaum Regen, dafür aber Extremhitze gab. Brunnen und Quellen versiegten und es gab kaum noch Trinkwasser. Der Pegel des Bodensees sank so weit ab, dass die Insel Lindau im Sommer 1540 mit dem Festland verbunden war. Neben einer verdorrten Ernte mit unbezahlbaren Preisen für Mehl und Brot gab es zahlreiche Brände, die nicht nur riesige Wälder zerstörten, sondern sich auch in den mit Fachwerkhäuschen eng bebauten Städten rasant ausbreiteten. Die Zahl der Opfer, welches diese Jahrtausenddürre forderte, lässt sich nicht abschätzen.

Hoffen wir, dass die Wetterlage in diesem Jahr nicht ganz so lange anhält, denn die Natur ist schon jetzt verbreitet im Dauerstress und eine Änderung ist nicht in Sicht …

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Dohle aus der Vogelperspektive

Die Sitzgruppe „Dohle“, die zum neuen Spielgelände am Wendelstein gehört, ist mittlerweile eine der beliebtesten Attraktionen am Berg. Das hölzerne Riesen-Kunstwerk wurde wie die „Trojanische Gams“, der Kletterparcours und der Murmeltierbau mit Bergkristall und Fluchtrutsche von der Rosenheimer Firma Projekt Spielart geschaffen.

Drohnen-Foto: Markus Ostertag

Gleisregulierung

An der 7,6 km langen Trasse der Wendelstein-Zahnradbahn mit etlichen Brücken, Lawinengalerien und Tunneln gibt es praktisch immer etwas zu tun und zu erhalten. Die Aufnahme vom vergangenen Freitag zeigt Streckenarbeiter der Wendelsteinbahn bei Gleisregulierungsarbeiten im Bereich der Reindler Scharte.

Foto: Florian Vogt

Mofi-Impressionen vom Wendelstein-Observatorium

Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts! Freilich nutzten in der Nacht von 27. auf 28. Juli 2018 auch die Profis von der Universitäts-Sternwarte München die besonderen Sichtbedingungen am Observatorium Wendelstein. Die Aufnahmen wurden uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Christian Obermeier, Matthias Kluge, Michael Schmidt, Claus Gössl, Ulrich Hopp, Observatorium Wendelstein der LMU München.

Eines der Fotos zeigt den Mond über dem Wilden Kaiser, wie er das erste mal durch die Wolken blinzelt. „Ausgerechnet in die Richtung des Mondaufgangs hatten wir zunächst einen mächtigen Gewitterturm. Danach wurde es aber klar“, berichtet Dr. Ulrich Hopp, wissenschaftlicher Leiter  des Wendelstein-Observatoriums. Das Bild wurde mit normalem 70mm Zoom-Kameraobjektiv aufgenommen.

Die Großaufnahmen vom Mond wurden mit einem kleinen Teleskop von 115 mm Öffnung und 800 mm Brennweite von der Terrasse des Wendelstein-Observatoriums gemacht. Ein Bild zeigt den Mond mitten in der Finsternis, als er richtig dunkel war und am Himmel die Milchstrasse zu sehen war, das andere Bild zeigt den Mond während der Austrittsphase.

Hier gibt es mehr Infos und Videos von der „Mofi“, aufgenommen vom Wendelstein: https://www.uni-muenchen.de/aktuelles/news/2018/mondfinsternis.html

Bayrische Kamele

Jetzt ist es so weit! Heute beim fotografieren vom Sonnenuntergang sind mir doch tatsächlich die ersten Kamele vor die Linse gelaufen. Die fühlen sich bei uns langsam heimisch

Nein es sind natürlich unsere Bayern-Kamele. Wer möchte kann darauf sogar reiten… Text und Fotos: Michael Schmuck

Besondere Mondfinsternis am kommenden Freitag

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Mondfinsternis am Riesenkopf von Brannenburg aus gesehen. Foto: Wolfgang Hinz

Wenn das Wetter mitspielt, können wir am Freitag Abend eine totale Mondfinsternis  mit einigen Besonderheiten erleben.

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn in den von der Sonne erzeugten Erdschatten eintritt. Dazu müssen Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen. In dieser Konstellation wird die sichtbare Mondhälfte komplett von der Sonne beleuchtet, so daß eine Mondfinsternis nur bei Vollmond stattfinden kann. Wäre die Mondbahn nicht um 5° geneigt, würde in jedem Monat eine totale Finsternis stattfinden. Aber so sind es meist zwei im Jahr. Verläuft die Mondbahn komplett durch den Kernschatten der Erde, wird der komplette Mond verfinstert.

Genau das ist am Freitag der Fall. Mit einer Dauer der Totalitätsphase von 103 Minuten wird diese Mondfinsternis die längste des 21. Jahrhunderts. Denn derzeit ist die Entfernung zwischen Erde und Mond und auch die zwischen Erde und Sonne besonders groß. Der daraus resultierende überdurchschnittlich große Erdschatten wird vom Mond genau mittig durchquert.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Mond sich bereits in der partiellen Phase der Finsternis befindet, wenn er auf geht. Er tritt um 19:13 Uhr in den Halbschatten der Erde und um 20:24 Uhr in den Kernschatten ein. Wenn der Mond also um 20.45 Uhr auf dem Wendelstein aufgeht (in Tallagen wenige Minuten später), ist er bereits zu fast 50% „verfinstert“. Wer den Mondaufgang von einem erhöhten Standpunkt aus beobachtet, sieht vielleicht zusätzliche Refraktionseffekte wie Mondverzerrung oder gar den grünen Strahl.

Von 21.29 Uhr bis 00.19 Uhr steht der Mond schließlich im Kernschatten. Die Medien bezeichnen diese Phase oft als Blutmond. Denn wenn während der Totalitätsphase kein direktes Licht mehr die Mondoberfläche erreicht, ist er dennoch schwach rötlich sichtbar, da das langwellige Rot von den Aerosolen der Erdatmosphäre in den Schattenkegel gestreut wird. Die Helligkeit des kupferroten Mondes variiert bei jeder Finsternis sehr stark. Entscheidend ist zum einen, wo genau der Mond den Erdschatten passiert, aber auch der Staubgehalt der Erdatmosphäre. Aufgrund der zahlreichen Waldbrände in ganz Europa sind mehr Streupartikel in der Atmosphäre, so dass das Rot des komplett verfinsterten Mondes intensiver sein könnte.

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Für das i-Tüpfelchen bei dieser Mondfinsternis sorgt unser Nachbarplanet Mars, der an diesem Abend etwa 6° unterhalb des Mondes steht. Somit befindet er sich – ebenso wie der Mond – in Opposition zur Sonne und erreicht seine maximale Helligkeit. An diesem Abend strahlt der Mars mit -2.8 mag fast in seiner größten überhaupt möglichen Leuchtkraft und zudem heller als Jupiter. Diese Konstellation, daß eine derart lange Mondfinsternis mit einer besonders günstigen Marsopposition zusammenfällt, gibt es im Durchschnitt nur alle 105000 Jahre!