Komet in den Morgenstunden sichtbar

Komet Neowise in der Morgendämmerung. Foto: Carsten Jonas

Derzeit ist eine astronomische Besonderheit zu beobachten: Ein Komet, der in den frühen Morgenstunden mit bloßem Auge sichtbar ist. Der Komet C/2020 F3 wurde am 27. März vom Near-Earth Object Wide-field Infrared Survey Explorer (NEOWISE) entdeckt und erhielt deshalb den Beinamen Neowise. Mit einer Helligkeit von derzeit 1.3mag ist er ebenso hell, wie Deneb im Sternbild Schwan, der zusammen mit Wega und Altair das Sommerdreieck bildet.

Neowise ist derzeit zwischen 02.30 und 04.30 Uhr tief am Nordosthorizont mit Fernglas als Nebelfleck mit einem Schweif erkennbar. Zur besseren Auffindung kann man sich  an der Venus orientieren, die derzeit mit -4.7 Größenklassen hell leuchtend den Morgenhimmel dominiert. Von dieser geht man nach links bis zum hellen Stern Capella im Sternbild Fuhrmann und von dort leicht nach unten links (→Auffindungskarte). In einigen Tagen wird Komet Neowise zirkumpolar – das heißt, er ist die ganze Nacht am Himmel zu sehen, Allerdings lässt dann seine Helligkeit nach.

Neowise links unterhalb des Sterns Capella im Sternbild Fuhrmann. Foto: Carsten Jonas

Wenn man Glück hat, erwischt man Neowise – so wie Carsten Jonas – zusammen mit Leuchtenden Nachtwolken! Herzlichen Glückwunsch zu diesen phantastischen Aufnahmen! Was jetzt noch fehlt, ist ein Foto zusammen mit Wendelstein (vielleicht vom oberen Sudelfeld aus). Wem gelingt es? 😉

Komet Neowise inmitten Leuchtender Nachtwolken. Foto: Carsten Jonas

Helle Leuchtende Nachtwolken in der letzten Nacht

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Leuchtende Nachtwolken über Brannenburg (Archivbild: Claudia Hinz)

Die Saison der Leuchtenden Nachtwolken hat in diesem Jahr bereits Ende Mai, also ungewöhnlich früh begonnen, allerdings versteckten sich diese eindrucksvolle Erscheinung im Wendelsteingebiet bisher unter dicken troposphärischen Gewölk. Aber letzte Nacht hat es endlich geklappt. Am fast klaren Himmel zeigten sich abends ungewöhnlich helle und hoch reichende Leuchtende Nachtwolken am Nordost- und Nordhimmel. Auf mehreren Alpenwebcams konnte man diese eindrucksvolle Erscheinung verfolgen.

Webcambilder (Auswahl): 1234567

Diese silbrig schimmernden feinstrukturierten Wolkenstrukturen entstehen Ende Mai bis Anfang August in der Mesopause in einer Höhe von circa 80-85 km. Sie sind in der nautischen Dämmerung bei Sonnentiefen zwischen 6 und 16° am Nordwest- bis Nordosthorizont zu sehen. Über Süddeutschland entspricht das einem Zeitfenster von etwa 22.15 bis 23.30 Uhr abends und 03.00 bis 04.30 Uhr am Morgen. In dieser Zeit werden die Wolken aufgrund ihrer großen Höhe noch direkt angeleuchtet, während tiefe Wolken längst im Schatten liegen.

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Leuchtende Nachtwolken in Brannenburg. (Archivbild: Claudia Hinz)

Damit sich in solchen Höhen bei der sehr geringen Wasserdampf-Konzentrationen überhaupt Eiswolken bilden können, bedarf es sehr tiefe Temperaturen unter minus 140°C. Aufgrund der interhemisphärischen Zirkulation treten diese Temperaturen in den nördlichen Breiten nur zwischen Juni und August auf. Zudem sorgen im Sommer höhere Winde dafür, dass die Eisteilchen über größere Entfernungen transportiert werden. Die Lebensdauer einzelner Eispartikel dürfte in der Größenordnung einiger Stunden liegen. bis sie z.B. durch Absinken und Südwärtsverlagerung wieder sublimieren. Deshalb verändern sich die feinen Strukturen der Leuchtenden Nachtwolken ziemlich stark.

Im Norden sind Leuchtende Nachtwolken in den Sommermonaten fast in jeder zweiten Nacht zu sehen, nach Süden hin nimmt die Häufigkeit jedoch stark ab und an den Alpen sind sie nur wenige Male sichtbar.

Bis Anfang August gibt es vielleicht noch Möglichkeiten, dieses herrliche Naturschauspiel in klaren Nächten zu verfolgen. Über die Warnliste des Arbeitskreises Meteore e.V. kann man sich über ein Auftreten informieren lassen, ebenso wird im NLC-Forum über Beobachtungsmöglichkeiten diskutiert sowie Sichtungen präsentiert und ausgewertet.

Leuchtende Nachtwolken über den Alpen

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Leuchtende Nachtwolken über Brannenburg (Archivbild: Claudia Hinz)

Die Saison der Leuchtenden Nachtwolken hat in diesem Jahr bereits Ende Mai, also ungewöhnlich früh begonnen, allerdings versteckten sich diese eindrucksvolle Erscheinung im Wendelsteingebiet bisher unter dicken troposphärischen Gewölk. Aber letzte Nacht hat es endlich geklappt. Am fast klaren Himmel zeigten sich abends helle und am Morgen ungewöhnlich helle Leuchtende Nachtwolken am Nordhimmel. Auf mehreren Alpenwebcams konnte man diese eindrucksvolle Erscheinung verfolgen.

Webcambilder (Auswahl): abends: 123456 ; morgens: 123456

Diese silbrig schimmernden feinstrukturierten Wolkenstrukturen entstehen Ende Mai bis Anfang August in der Mesopause in einer Höhe von circa 83 km. Sie sind in der nautischen Dämmerung bei Sonnentiefen zwischen 6 und 16° am Nordwest- bis Nordosthorizont zu sehen. Über Süddeutschland entspricht das einem Zeitfenster von etwa 22.15 bis 23.30 Uhr abends und 03.00 bis 04.30 Uhr am Morgen. In dieser Zeit werden die Wolken aufgrund ihrer großen Höhe noch direkt angeleuchtet, während tiefe Wolken längst im Schatten liegen.

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Leuchtende Nachtwolken in Brannenburg. (Archivbild: Claudia Hinz)

Damit sich in solchen Höhen bei der sehr geringen Wasserdampf-Konzentrationen überhaupt Eiswolken bilden können, bedarf es sehr tiefe Temperaturen unter minus 140°C. Aufgrund der interhemisphärischen Zirkulation treten diese Temperaturen in den nördlichen Breiten nur zwischen Juni und August auf. Zudem sorgen im Sommer höhere Winde dafür, dass die Eisteilchen über größere Entfernungen transportiert werden. Die Lebensdauer einzelner Eispartikel dürfte in der Größenordnung einiger Stunden liegen. bis sie z.B. durch Absinken und Südwärtsverlagerung wieder sublimieren. Deshalb verändern sich die feinen Strukturen der Leuchtenden Nachtwolken ziemlich stark.

Im Norden sind Leuchtende Nachtwolken in den Sommermonaten fast in jeder zweiten Nacht zu sehen, nach Süden hin nimmt die Häufigkeit jedoch stark ab und an den Alpen sind sie nur wenige Male sichtbar.

Aber die Saison hat gerade begonnen, bis Anfang August gibt es also sicherlich noch Möglichkeiten, dieses herrliche Naturschauspiel in klaren Nächten zu verfolgen. Über die Warnliste des Arbeitskreises Meteore e.V. kann man sich über ein Auftreten informieren lassen, ebenso wird im NLC-Forum über Beobachtungsmöglichkeiten diskutiert sowie Sichtungen präsentiert und ausgewertet.