Was ist eine Glorie?

Titel

Glorie über dem Wendelsteinkircherl

Derzeit gibt es am Wendelstein ein Mix aus Sonne und Wolken. Fällt der eigene Schatten auf eine vorbei ziehende Wolkenleinwand, kann man um diesen häufig eine farbige Glorie sehen. Denn fällt das Licht auf die winzgen Wassertröpfchen der Wolke, dann wird es unter komplizierten physikalischen Vorgängen gebeugt und zurückgestreut und es entstehen farbige Ringe um den Kopf des Schattens.

Im Flachland kann man Glorien nur in sehr seltenen Fällen bei flachen Bodennebelfeldern oder in aufsteigenden Nebeln im Wald beobachten. Auf einigen vorgelagerten Bergen der Alpen (wie zum Beispiel auf dem Wendelstein) sind Glorien dagegen häufig anzutreffen, da sich an der Nordseite die Wolken stauen und von Süden her die Sonne darauf fällt. Aber auch, wenn man im Flugzeug sitztend die Wolkendecke durchbricht, kann man auf dieser oft eine Glorie entdecken, vorausgesetzt, man sitzt auf der richtigen Seite, nämlich der Sonne gegenüber.

Häufig trifft man zusammen mit der Glorie zwei Begleiterscheinungen an. Der Schatten in der Mitte der Glorie ist das Brockengespenst. Dabei handelt es sich eigentlich um nichts anderes, als um den Schatten des Beobachters, der auf die Wolkendecke projiziert wird. Ist der Nebel allerdings sehr dicht (wie auf dem Brocken häufig der Fall), dann wird der Schatten um ein vielfaches vergrößert dargestellt. Und da Nebelschwaden häufig wallen oder sich die Dichte verändert, scheint sich auch das „Gespenst“ zu bewegen. Da es sich seinem „Schattenspender“ regelrecht an die Fersen heftet, ist der frühere Schrecken mancher argloser Wanderer sicher nachvollziehbar.

Manchmal wird die Glorie noch von einem weißen Bogen umrahmt. Das ist eigentlich ein Regenbogen, der durch Lichtbrechung an den Nebeltröpfchen entsteht. Allerdings sind die Wassertröpfchen im Nebel derart klein, dass sich die Farben überlagern und in ihrer Summe einen weißen Bogen ergeben, den so genannten Wolken- oder Nebelbogen.

Wolkenbogen und Glorie

Glorie mit Nebelbogen auf tiefer liegender Wolkenschicht

Um Glorien eindrucksvoll zu fotografieren, sollte man einen Polfilter verwenden, da das Licht dieser Farberscheinung sehr stark polarisiert. Auch eine manuelle Unterbelichtung ist empfehlenswert. Mit HDR-Bildern kann man zudem noch Wolkenstrukturen herausarbeiten, was Fotos mitunter besonders imposant macht. (ch)

 

Advertisements