Gewitter mit Hagel

Gestern Abend zog ein Gewitter mit Hagel vom Chiemgau über den Wendelstein nach Miesbach bis zum Walchensee. Laut Presseberichten hatten sie teilweise Durchmesser bis 8cm und zerschlugen Autoscheiben und Dachfenster. In Bayrischzell konnte Markus Ostertag sehr große Hagelkörner fotografieren, die sogar zeitweise die Landschaft an“zuckerten“.

Hagel an der Wendelstein-Seilbahn in Bayrischzell-Osterhofen. Fotos: Markus Ostertag

Im Alpenraum können Hagelkörner besonders groß werden. Hagel entsteht durch einen Wachstumskreislauf, bei dem feuchte Luftmassen unter Abkühlung aufsteigen, auf dem Weg nach oben an Kondensationskeimen (Staub) zu kleinen Eisklumpen frieren, nach unten fallen und im Aufwindkanal einer Gewitterwolke erneut nach oben gerissen werden, wo sie unter erneuter Feuchtezufuhr weiter wachsen. Erst wenn der Aufwind die Eisbrocken nicht mehr tragen kann, fallen sie auf die Erde. Hebungseffekte an Bergflanken begünstigen die Hagelbildung und die Aufwinde

Im Gegensatz zum Flachland, wo sich die Luft gleichmäßig erwärmt, gibt es in den Bergen zum Teil große horizontale Temperaturunterschiede. Da Hänge von der Sonne erwärmt werden, ist die Luft in der Nähe des Berges wärmer als die auf gleicher Höhe daneben. Diese Temperaturunterschiede sorgen für besonders große Hebungsprozesse und stärkere Aufwinde an Berghängen, so dass an der Wind zugewandten Seite von Bergrücken Hagel bevorzugt entstehen und besonders groß werden kann.

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