Winterschlafzeit für die Wendelstein-Mankerln

Gäääähn … so langsam ist für uns Winterschlafzeit.

Wir sind die Familie Mankerl und haben am Wendelstein einen wunderschönen Sommer verbracht. Wir haben mehrere Junge aufgezogen, uns bis in die herrlichen Spätsommertage an Gräsern und Kräutern fett gefressen und uns in der Sonne geaalt. Mit einem Körpergewicht von 5-6kg von uns Erwachsenen und bis 1,5kg bei den Jungen haben wir uns zuletzt kaum noch bewegt, selbst dann nicht, wenn Zweibeiner mit komischen Apparaten in der Hand an uns vorbeiliefen. Denn im Laufe des Jahres haben wir gelernt, dass sie größtenteils friedlich sind und sich einfach nur an unserem Anblick erfreuen. Einmal auf die Hinterbeine gestellt – und schon sind sie glücklich.

Doch nun wird es langsam für uns Zeit, den Winterschlaf anzutreten, denn am Wochenende soll hier in den Bergen der erste Schnee kommen. Unseren Winterbau haben wir in jahrzehntelanger Arbeit bis zu 7 Meter tief gegraben und die Kammern mit reichlich Heu ausgestattet. Da wir während unseres bis April andauernden Winterschlafs völlig wehrlos sind, werden alle Eingänge von innen mit Zapfen, Erde, Gras, Steinen und Kot verstopft. Dann verfallen wir aneinander gekuschelt in eine Kältestarre, bei der alle Lebensfunktionen auf ein Minimum reduziert werden. Dabei fällt die Körpertemperatur bis auf 3°C ab und das Herz schlägt nur noch 15 Mal pro Minute. Wenn wir dann im April aus unseren Bauen kriechen, haben wir bis zu 50% unseres Körpergewichts verloren.

Dann Servus bis zum nächsten Frühjahr!

Fotos: Claudia und Wolfgang Hinz

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